Nach dem Sieg

Union muss auf Madouni und Parensen verzichten

Gleich zwei schwere Verluste muss der 1. FC Union in dieser Spielsaison hinnehmen. Ahmed Madouni und Michael Parensen haben sich beim Spiel gegen den MSV Duisburg verletzt und fallen vorerst aus.

Meistens weiß ein Fußballspieler selbst am besten, was die Stunde geschlagen hat. Und so wurde es den Zuschauern in der Altern Försterei sofort angst und bange, als Michael Parensen am Sonntag im Spiel gegen Duisburg (2:0) in der 62. Minute zu Boden ging, sich erst das Knie hielt und dann die Hände vor das Gesicht schlug. Am Montag nun gab es aus der medizinischen Abteilung des 1. FC Union die bittere Gewissheit, dass auch Parensen von seinem Gefühl nicht getäuscht wurde: Innenbandanriss im linken Kniegelenk lautet die Diagnose, er wird mehrere Wochen lang ausfallen.

Trotzdem zeigte er sich kämpferisch: „Ich habe sofort gemerkt, dass etwas kaputt ist. Aber jetzt versuche ich, positiv nach vorne zu schauen“, sagte er. Auch Teammanager Christian Beeck nahm die Nachricht mit einem Schuss Erleichterung auf: „Angesichts der Bilder muss man allerdings wohl fast von Glück im Unglück sprechen, dass die Verletzungen nicht noch wesentlich schlimmer sind“, sagte er. Und bezog das auch auf Ahmed Madouni, der sich im gleichen Spiel an der Schulter verletzt hatte. Bei ihm wurden eine Prellung sowie eine Zerrung der Bänder des rechten Schultergelenks festgestellt. Er wird beim nächsten Spiel bei 1860 München am Sonntag wohl fehlen.

„Mit Madouni und Parensen fallen zwei Korsettstangen unseres Teams aus. Den Jungs wünschen wir natürlich, dass sie ganz schnell wieder gesund werden und zurückkommen“, sagte Beeck.

Chance für die zweite Reihe

Nun stellt sich aber zunächst die Frage nach den Alternativen. Madounis Ausfall eröffnet den Innenverteidigern neue Chancen, sich zu präsentieren. Christian Stuff, der sich bislang mit Daniel Göhlert um den Platz neben dem Algerier kabbelte, wird Madounis Platz einnehmen – denn auch Bernd Rauw ist verletzt.

Und auf Parensens Position vor der Abwehr könnte – wie nach seiner Auswechslung – Macchambes Younga-Mouhani auflaufen. Parensens Offensivaktionen wird er aber nur schwer ersetzen können. Trotzdem fordert Kapitän Torsten Mattuschka vollen Einsatz von allen: „Das ist jetzt die Chance für die, die bisher hinten dran waren“, sagte er. Ähnlich sieht das auch Beeck. „Wir sind nun in einer Situation, in der wir ganz eng zusammenrücken müssen, um die vielen Ausfälle zu kompensieren. Ich bin sicher, dass diejenigen, die nun in die Bresche springen, alles geben werden für den Erfolg der Mannschaft“, sagte er. Michael Parensen aber kann einem einfach nur noch Leid tun. Da hatte er sich gerade nach einer monatelangen Verletzung wieder ins Team zurückgekämpft, gegen den MSV Duisburg bestritt er erst sein drittes Spiel. Uwe Neuhaus lobt: „Sein Charakter ist vorbildlich.“

Parensen stellte sich selbst auf

Von der ersten Minute an hatte Parensen gekämpft, hatte keinen Zweikampf gescheut. Im Derby gegen Hertha war es der 24-Jährige, der einer zuvor total verunsicherten Mannschaft ihr Gesicht zurückgegeben hatte. In Osnabrück musste er dann vollkommen ausgepumpt ausgewechselt werden. Mitte der Woche stand sein Einsatz gegen Duisburg mehr als in Frage. Er sei noch nicht wieder fit, ließ Uwe Neuhaus wissen. Am Freitag hieß es dann, Parensen solle selbst entscheiden – und er wollte spielen. Natürlich könnte man jetzt kritisieren: Er hat sich übernommen. Aber einen so unglücklichen Zusammenprall wie mit Julian Koch konnte niemand vorhersehen.

Der Duisburger jedenfalls war selbst schockiert: „Ich treffe ihn unglücklich. Ich wünsche ihm alles Gute und hoffe, dass ich ihn nicht schwer verletzt habe“, sagte er. Leider bewahrheitete sich das nicht.