1. FC Union

So will Peitz Osnabrücks Flutlicht-Serie brechen

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Martin Kleinemas
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Nach dem Derby herrscht bei Union Alltag

Beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin herrscht nach dem Rausch des Derbys gegen Hertha BSC (1:1) wieder Alltag.

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1,96 Meter groß, 91 Kilogramm und alle Luftduelle gegen Hertha gewonnen: In Osnabrück hofft Union auf die Kopfballstärke von Dominic Peitz. Sein Ex-Klub ist jedoch gerade am Abend schwer zu schlagen.

Die Marschroute gab der Teammanager vor. Ein „Kampfspiel“ erwartet Christian Beeck von der Partie seines 1. FC Union bei Aufsteiger VfL Osnabrück ( 17.30 Uhr live bei Morgenpost Online ), und dass die Mannschaft diesen Kampf annehmen müsse. Schließlich soll es bei den Niedersachsen für den ersten Saisonsieg reichen. Einer, bei dem Beeck mit seiner Forderung offene Türen einrennt, ist Dominic Peitz.

Keiner ackerte in Unions Defensive gegen Hertha so unermüdlich wie er, das war bei der Niederlage in Paderborn (0:2) nicht anders. Peitz läuft für zwei, ist sich auch für das ein oder andere Foul nicht zu schade, von seiner Kopfballstärke ganz zu schweigen. In beiden Spielen zusammengerechnet erreichte er – natürlich auch dank seiner Größe von 1,96 Metern – eine Quote von 100 Prozent gewonnenen Kopfballduellen. „Ich werfe das in die Waagschale, was ich kann“, sagt er bescheiden.

In Osnabrück muss er heute nun sogar gegen alte Bekannte abräumen. In der Saison 2008/09 spielte der 26-Jährige beim VfL und hinterließ in 33 Spielen einen starken Eindruck. Einzig der Abstieg am Ende der Saison ließ ihn den Verein wechseln – Glück für Union. Und so freut sich Peitz auf die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte: „Es ist eins von 34 Spielen, aber für mich sicherlich eines, das ein Stück Brisanz in sich trägt“, sagt er, „ich freue mich auf das Wiedersehen, dennoch will ich die drei Punkte mitnehmen“.

Schwächen im Spiel nach vorn

Dafür allerdings müsste Union eine schon fast unheimliche Serie der Osnabrücker brechen. Denn der VfL ist zu Hause seit 37 Punktspielen ungeschlagen, zumindest dann, wenn wie heute unter Flutlicht gespielt wird. Dazu kommt eine fanatische Kulisse, abgesehen vom Fanblock für die Gästefans wird die Osnatel-Arena ausverkauft sein.

Auch eine andere Bilanz macht wenig Hoffnung: Union wartet auswärts nun schon seit 14 Spielen auf einen Sieg. Alles andere als drei Punkte allerdings wäre für die Köpenicker ein Rückschritt. Denn diese Woche – angefangen mit dem Punkt gegen Hertha – soll möglichst eine Sieben-Punkte-Woche werden, auch wenn am Sonntag Aufstiegsanwärter MSV Duisburg zu Gast ist.

Gerade das Beispiel Peitz zeigt aber, wie schnell sich im Fußball alles zum Guten wenden kann. Nach einer starken Rückrunde in der vergangenen Saison fand er sich zunächst nur auf der Bank wieder und musste sich harsche Kritik von Trainer Uwe Neuhaus gefallen lassen. Es schien, als sei er der erste große Verlierer.

Nach nur zwei Spieltagen berief Neuhaus ihn dann wieder in die erste Elf, Peitz dankte es mit guten Leistungen. Einziges Manko: Im Spiel nach vorne, das betont auch sein Trainer immer wieder, gehen ihm zu viele Bälle verloren. „Wenn Dominic in der Offensive die gleichen Qualitäten hätte wie in der Defensive, wäre die Zweite Liga nur eine Durchgangsstation für ihn“, sagt Neuhaus.

Flanken kommen zu selten an

Trotzdem führt auf der Position des Sechsers vor der Abwehr derzeit kein Weg an ihm vorbei. Besonders gut funktionierte die Abstimmung mit Rückkehrer Michael Parensen, der gegen Hertha neben Peitz auflief. „Wenn ein spielerisch starker Spieler neben einem spielt, hilft das immer. Zwei Typen wie ich – da wird es spielerisch schwer. So halte ich gerne einem spielstarken Typen den Rücken frei“, sagt Peitz.

Und so wird es auch an ihm liegen, ob die Forderung seines Trainers, hinten endlich kein Tor zu kassieren, in Erfüllung geht. „Wir müssen endlich mal in Führung gehen, um den letzten Rest Sicherheit zu bekommen. Dann könnten wir immer wieder Nadelstiche setzen und Qualität in unser Offensivspiel bekommen“, sagt Neuhaus, der ein „komplett anderes Spiel“ als gegen Hertha erwartet.

Zumal Osnabrück in einer ähnlichen Situation steckt wie Union: Gegen Augsburg erkämpfte sich der VfL ein 2:2, ein Punkt, der jetzt vergoldet werden soll. Peitz jedenfalls gibt die Hoffnung, zu null zu spielen, nicht auf: „Wir arbeiten täglich daran, dieses Ziel zu erreichen.“

Wie am zweitgrößten Problem der Köpenicker: Den ungenauen Flanken. Gegen Hertha flankten Unions Spieler zwar 30 Mal in Richtung Tor. Doch nur fünf dieser Zuspiele kamen an. Das ist auch für Peitz ärgerlich, der mit seiner Größe bei Standards gefährlich werden kann. „Um aus so einer Situation ein Tor zu machen, muss das Timing hundertprozentig passen“, sagt er, und fügt an: „Bald wird es passieren!“