Zweiter Frühling

Aufstiegshelden sollen Union Klassenerhalt sichern

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Michael Färber

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Endlich ist der Rasen wieder grün, nun muss sich Union Berlin um sein Personal sorgen - was auch am schönen Wetter liegt. So plagen Ede etwa Allergieprobleme. Bemben und Younga-Mouhani hingegen könnten dank der Ausfälle ihren zweiten Frühling bei Union erleben.

Endlich Frühling, endlich angenehme Temperaturen und gute Bedingungen, um sich auf ein Fußballspiel vorzubereiten. Natürlich frohlockt man auch beim 1. FC Union, dass die Wochen mit Schnee, Eis und Minusgraden vorbei sind. „Seit langem brauchten wir im Training nicht unseren Rasen im Stadion unnötig zu strapazieren“, sagte Christian Beeck, Sportdirektor des Berliner Fußball-Zweitligisten. Und doch kann von einer nahezu sorglosen Vorbereitung auf das Spiel am Sonntag gegen Alemannia Aachen (13.30 Uhr, Alte Försterei) keine Rede sein.

Es ist das kickende Personal selbst, das Trainer Uwe Neuhaus ein wenig nachdenklich macht. Dominic Peitz ist gesperrt, Patrick Kohlmann plagt ein Virusinfekt, er konnte nach einer Trainingspause am Mittwoch nur regenerative Übungen absolvieren. Sein Einsatz steht aber nur minimal auf der Kippe. Im Gegensatz zu dem von Chinedu Ede, der nicht am Mannschaftstraining teilnehmen konnte. „Man darf nicht vergessen, dass er Allergiker ist“, sieht Neuhaus im Wetterumschwung einen Grund, warum Ede derzeit nicht fit ist.

Folglich wird der Coach wohl auf zwei Kräfte zurückgreifen, die in der Rückrunde bisher so gut wie keine Rolle gespielt haben: Michael Bemben und Macchambes Younga-Mouhani. Die Verträge der beiden Union-Oldies – Bemben ist 34, „Mac“ 35 Jahre alt – enden im Sommer. Und während Bemben schon in der Winterpause offenbart wurde, dass Union nicht mehr mit ihm plant, steht Younga-Mouhani seit Ende Januar im Abseits. Erleben beide jetzt bei Union ihren zweiten Frühling?

Dass Bemben aussortiert sei, „ist der völlig falsche Ausdruck“, hatte Neuhaus schon nach dem Spiel in Fürth gesagt. Dort war der Verteidiger für den in seinen Leistungen noch zu instabilen Christoph Menz überraschend in die Startelf gerutscht. Und überzeugte. „Er hat mit seiner Leistung dazu beigetragen, dass wir nicht nur in der Defensive stabil stehen, sondern auch gefährliche Aktionen nach vorn inszeniert“, lobte Neuhaus. Eine Wiederholung dürfte es nun gegen Aachen geben, trotz der Rückkehr von Bernd Rauw in den Kader.

Bemben selbst hält sich zurück, was seine Chance auf einen weiteren Einsatz angeht: „Ich bin nicht der Trainer. Aber ich bin auch nicht hier, um auf der Bank zu sitzen.“ Kein Blatt vor den Mund nimmt er, wenn es um ein weiteres Engagement bei Union geht. Natürlich würde er gern bleiben, „es macht Riesenspaß hier. Und was in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde, ist sensationell“, ließ Bemben wissen. Signale von Seiten des Klubs, ob nicht doch ein weiteres Miteinander möglich ist, gibt es bislang jedenfalls nicht.

Auch bei Younga-Mouhani („Ich war nie weg“) sucht man ähnliche Zeichen vergeblich. Zumal ihm Dominic Peitz in der Rückrunde den Rang abgelaufen hat. Und mit Michael Parensen, den der Trainer gern seine „Allzweckwaffe“ nennt, ein weiterer Kandidat für die Position im defensiven Mittelfeld im Kader des Aufsteigers steht. Durch den wahrscheinlichen Ausfall von Ede wird Parensen aber auf der linken Außenbahn gebraucht.

So sollen zwei der Aufstiegshelden vom vergangenen Sommer maßgeblich helfen, dass Union Sonntag gegen Aachen einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt machen kann. Denn den haben die Köpenicker mit bislang 35 Punkten acht Spieltage vor Schluss noch nicht sicher.