2. Fussball-Bundesliga

Union-Profis von Schalke-Hooligans attackiert

Nach dem Besuch des Revierderbys sind die Profis des 1. FC Union Berlin am Mannschaftsbus von Schalker Hooligans angegriffen worden. Sie flohen über den Parkplatz. Ein Spieler soll ein blaues Auge erlitten haben, einer wurde wohl leicht verletzt. Der Vorfall sorgte im Team später für Ärger.

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Eigentlich wollte Zweitligist Union Berlin den Freitagabend nutzen, um ein bisschen am Zusammengehörigkeitsgefühl zu arbeiten. Immerhin hatten nur zwei Siege in den vergangenen zwölf Spielen am Selbstbewusstsein gekratzt. So war die Mannschaft vor dem Sonntagsspiel bei Rot Weiss Ahlen schon zwei Tagen vorher angereist, um sich das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 anzugucken. Als die Spieler und Trainer Uwe Neuhaus allerdings wenige Minuten vor dem Abpfiff das Stadion verließen, erwartete sie eine böse Überraschung.

Nach Informationen von Morgenpost Online wartete eine Gruppe von zehn bis 15 Schalker Hooligans am Mannschaftsbus und griff die Berliner an, als diese ihr Gefährt besteigen wollten. Spieler und Trainer flohen daraufhin über den Parkplatz und versteckten sich hinter parkenden Autos. Mittelfeldspieler Hüzeyfe Dogan soll bei der Attacke ein blaues Auge erlitten haben, außerdem soll ein weiterer Spieler leicht verletzt worden sein. Der Vorfall wurde der am Sonntag aus Vereinskreisen bestätigt, offiziell wollte sich allerdings niemand äußern.

Doch die Blessuren sind offenbar nicht das Schlimmste. Aus Mannschaftskreisen war zu erfahren, dass die Flucht von Spieler und Trainern einige Akteure erbost haben soll. Sie weisen auf die personelle Überzahl gegenüber den Angreifern hin. Die teambildende Maßnahmen haben sich nach dem Angriff offenbar ins Gegenteil verkehrt.

So gab es auch am Tag darauf mächtig Ärger, als ein Unioner im Abschlusstraining Ersatztorwart Carsten Busch mit einer unglücklichen Aktion das Schien- und Wadenbein brach. „Hier ziehst du durch und gestern rennst du weg“, soll ein Mannschaftskollege daraufhin gebrüllt haben.

Die Schalker Hooligans gelten als besonders aggressiv. Im November 2009 wurde ein Spiel der Staffel West der A-Junioren-Bundesliga zwischen Schalke und Borussia Dortmund nach 27 Minuten abgebrochen, weil Anhänger beider Teams aufeinander losgegangen waren und sich dabei unter anderem mit Leuchtraketen beschossen.