Zweite Bundesliga

1. FC Union kämpft gegen das Mittelmaß

08/15 – die Bezeichnung dürfte jedem bekannt sein. Nichts dokumentiert Mittelmäßigkeit, Durchschnitt oder auch Gewöhnliches deutlicher als eben 08/15. Schaut man auf die Situation des 1. FC Union in der Zweiten Liga, so kommt man schnell auf 08/13.

08/15 und 08/13 - die Ähnlichkeit zur Zahlenkombination oben ist rein zufällig. Acht Punkte beträgt der Rückstand der Köpenicker Kicker zu Relegationsplatz drei, den der Gegner an diesem Sonnabend, der FC Augsburg, inne hat (13 Uhr, Alte Försterei). Gar beruhigende 13 Zähler liegen zwischen Union und der Abstiegszone, die die TuS Koblenz auf Rang 16 anführt. Union im Februar 2010 – nur ein gewöhnlicher Klub im Zweitliga-Mittelmaß?

Gelingt gegen die Bayern kein Sieg, wird genau das eintreten. Der Gruß von der Tabellenspitze – längst nur noch eine schöne Erinnerung an den langen Jubel-Sommer 2009. Das Schnuppern an den Aufstiegsplätzen – nach nur einem Sieg in den vergangenen acht Partien längst kein Thema mehr. Und jetzt kommt auch noch „das derzeitige Topteam der Liga“, wie Trainer Uwe Neuhaus zu Recht anmerkt. Noch dazu mit Michael Thurk in vorderster Front, der „alles trifft“, so der Union-Coach. Doch nur ein Dreier am Sonnabendnachmittag verhindert den Sturz in die Bedeutungslosigkeit der Liga. Und lässt die Unioner – allen Dementis zum Trotz – doch noch einmal vom Durchmarsch in die Bundesliga träumen.

Unzureichende Vorbereitung

Die Frage lautet: Wie gelingt es den Berlinern, die Torfabrik (44 Treffer) zu stoppen und gleichzeitig selbst für Torjubel zu sorgen? Möglichkeit Nummer eins: Den Gegner so weit wie möglich vom eigenen Tor fernhalten. „Dann müssten wir die Augsburger schon in deren Hälfte attackieren“, erklärt Neuhaus. Und weist sofort auf die Gefahren hin: „Das würde dann natürlich die Räume öffnen.“ Räume, die ein Stürmer wie Michael Thurk zu bereits 19 Treffern genutzt hat.

Die zweite Möglichkeit: Hinten dicht machen, und vorn hilft John Jairo Mosquera, Unions einzige Sturmspitze in den vergangenen Begegnungen. „Dann müssen wir gut gestaffelt stehen, um gut in die Zweikämpfe zu kommen“, sagt Neuhaus.

Doch egal, für welche Variante sich Neuhaus auch entscheiden wird – die Vorbereitung war alles andere als optimal. Erst der Ausfall der Auswärtspartie in Rostock, der den Aufsteiger in jedem Fall aus dem wöchentlichen Spielrhythmus gebracht hat. Und bei den Trainingseinheiten an der Alten Försterei ging es hin und her zwischen dem geräumten Rasen im Stadion, den Kunstrasenplätzen und der Ballsporthalle in der Hämmerlingstraße. Neuhaus:„Ich hätte natürlich viel lieber immer auf Rasen trainieren lassen.“ Doch um die Spielfläche nicht allzu sehr zu ramponieren, sind mehr als zwei Trainingsspiele nicht möglich. Und wegen der erhöhten Verletzungsgefahr auf Kunstrasen wäre konsequentes Zweikampf-Training wenig ratsam; angesichts der Personallage gerade in der Defensive mit den Ausfällen von Paul Thomik (Knöchelverletzung), Michael Bemben (Sprunggelenk) und Daniel Schulz (Mittelhandbruch) fast schon fahrlässig.