Basketball

Darum ist DeAndre Jordan so wichtig für die USA

Der 2,11 Meter große Center hat das US-Basketballteam ins Finale geführt – und steht stellvertretend für dessen Stil.

 Gegen die Physis und Athletik von DeAndre Jordan (2.v.r.) hatten die spanischen NBA- Exporte Ricky Rubio, Nikola Mirotic und Pau Gasol (v.r.) das Nachsehen

Gegen die Physis und Athletik von DeAndre Jordan (2.v.r.) hatten die spanischen NBA- Exporte Ricky Rubio, Nikola Mirotic und Pau Gasol (v.r.) das Nachsehen

Foto: Pool / Getty Images

Rio de Janeiro.  Auch wenn er mit seinen 2,11 Metern und der markanten Afro-Frisur sofort ins Auge sticht: Zu den Aushängeschildern des US-Basketballs zählte DeAndre Jordan (28) bislang nicht.

Für das Rampenlicht waren eigentlich andere vorgesehen – Carmelo Anthony zum Beispiel, der in Rio als erster Basketballer sein drittes Olympia-Gold holen kann. Oder Kevin Durant, einer der fünf besten Spieler des Planeten. Nach dem 82:76 (45:39) im Halbfinale gegen den Dauerrivalen Spanien galt das größte Lob aber nicht ihnen, sondern eben Jordan.

Jetzt geht es gegen Serbien

„Er hat kein gutes, sondern ein großartiges Spiel gemacht“, schwärmte US-Coach Mike Krzyzewski über den Center der LA Clippers. „Wir würden nicht um Gold spielen, wenn DeAndre nicht so ein großartiges Spiel gemacht hätte.“

Nun wartet im Finale (20.45 Uhr) Serbien, das den US-Boys in der Gruppenphase mit nur drei Punkten unterlag. Das Team des künftigen Bayern-Trainers Aleksandar Djordjevic setzte sich überraschend klar gegen Australien (87:61) durch.

Jordan steht stellvertretend für den Stil des US-Teams von 2016. Spektakuläre Dunkings haben die großen Favoriten natürlich immer noch im Repertoire. Aber: Neben der Zauberei zeichnet sie auch harte Arbeit aus.

„Mit seiner Präsenz hat er die Zone komplett kontrolliert“

Jordan etwa erkämpfte sich gegen Spanien 16 Rebounds – nie pflückte ein Amerikaner in einem Olympia-Match mehr Bälle aus der Luft. „Mit seiner Präsenz hat er die Zone komplett kontrolliert“, lobte Carmelo Anthony. Jordan selbst gibt sich bescheiden. „Rauskommen und mit so viel Energie spielen wir möglich“, sagt er knapp, „das ist nun mal mein Job.“

Im vergangenen Sommer wäre er übrigens um ein Haar Teamkollege von Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks geworden. Mündlich hatte Jordan dem Klub des deutschen Superstars schon zugesagt, machte auf Drängen seiner bisherigen Teamkollegen aus Los Angeles aber einen Rückzieher. Warum sich diese so sehr für Jordan stark machten, zeigt sich gerade in Rio.