#Rio2016

Usain Bolts Mutter mischt beim Sprintduell gegen Gatlin mit

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Foto: Antonio Lacerda / dpa

Die Eltern besuchen das Athletendorf vor dem 100-Meter-Finale – und verraten ein privates Geheimnis des Superstars.

Rio de Janeiro. Usain Bolt marschierte mit erhobenen Armen unter tosendem Jubel ins Olympiastadion ein, aus Zehntausenden Kehlen schallte es „Bolt! Bolt! Bolt!“ zurück: Einer der größten Stars der Leichtathletik-Geschichte hat in Rio de Janeiro seine letzte olympische Mission begonnen. Und schon beim lockeren Aufgalopp im 100-m-Vorlauf deutete der Jamaikaner an, dass er noch einmal die ganz große Show abziehen will.

„Ich fühle mich gut, ich bin happy, mein Bein ist okay“, sagte Bolt, der seinen Lauf ganz entspannt in 10,07 Sekunden gewann und nach genau sechs Minuten im Stadioninnenraum wieder in den Katakomben verschwunden war. 300 Sekunden, die reichten, um die Cariocas in der für eine Morgen-Session sehr gut gefüllten Arena auf seine Seite zu bringen.

„Dieser Lauf hat mich bestätigt, er gibt mir Selbstvertrauen“, sagte Bolt: „Die Jungs hier sind wirklich schnell. Aber meine Situation ist echt gut. Bis zum Finale werde ich noch einmal Speed aufnehmen.“

Finale ist Stimmungs-Höhepunkt der Spiele

Das Finale in der Nacht zu Montag (3.25 Uhr) dürften zum Stimmungs-Höhepunkt der Rio-Spiele werden. Bolt, der in diesem Jahr mit hartnäckigen Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, will nicht weniger, als sich sportlich unsterblich zu machen. Das „Triple-Triple“ soll her, der dritte Gold-Dreierpack aus 100, 200 und 4x100 Meter.

Bolts großer Kontrahent Justin Gatlin (USA) zeigte ebenfalls kein Anzeichen von Schwäche. Der 34 Jahre alte Olympiasieger von 2004, davor und danach jeweils wegen Dopings gesperrt, siegte in seinem Vorlauf mühelos in 10,01 Sekunden. Gatlin war damit Schnellster der Vorläufe, Bolt die Nummer vier - zu sagen hat das freilich nichts.

Schließlich hat Bolt noch Großes vor: vom Weltrekord über 200 Meter redete Bolt, der am Schlusstag der Spiele seinen 30. Geburtstag feiert. Vorab zeigte er seinen Eltern Wellesley und Jennifer das Athletendorf. „Er sagte: ,Mama, wenn ich nicht bereit wäre, wäre ich nicht hier, weil ich’s nicht so mit dem Verlieren habe. Ich bin bereit’“, erzählte die Mutter. Ihr Usain sei rund zehn Tage nach dem avisierten Geburtstermin zur Welt gekommen: „Es war das einzige Mal im Leben, dass er langsam war.“

Die deutschen Sprinter Julian Reus (Wattenscheid/10,34) und Lucas Jakubczyk (Berlin/10,29) schieden bereits im Vorlauf aus.