Handball

Der Rückschritt des Europameisters gegen den Außenseiter

Nach der Niederlage gegen Gastgeber Brasilien herrscht Unsicherheit beim deutschen Handball-Team.

Foto: Lars Baron / Getty Images

Rio de Janeiro.  Manchmal muss man beim Gegner nachfragen, um die Bedeutung eines Resultats besser einschätzen zu können. „Ich bin jetzt 30 Jahre alt“, sagte Diogo Kent Hubner, Spieler der brasilianischen Handball-Nationalmannschaft, „aber ich hätte nie gedacht, dass ich solche Spiele erleben würde.“

Erst hatte sein Team Polen besiegt und nun auch noch Deutschland mit 33:30, den Europameister. Sein Trainer Jordi Ribero ergänzte: „Wir haben vier Jahre hart gearbeitet, um ein solches Ergebnis zu erreichen.“ Das Team des Außenseiters Brasilien war nach seinem dritten Vorrundenspiel der Olympischen Spiele und dem ersten Handballsieg über Deutschland stolz und zufrieden.

Das Gegenteil sprach aus den Gesichtern der Verlierer. Statt mit dem dritten Sieg den Einzug in das Viertelfinale perfekt zu machen und das gerade aufgebaute Selbstvertrauen weiterzuentwickeln, herrscht nun wieder leichte Verunsicherung im deutschen Team.

„33 Gegentore sind nicht schönzureden“

Schweden besiegt, Polen besiegt, potenziell bessere Gegner als die Südamerikaner, die bei zwölf WM-Teilnahmen nie mehr erreichten als Rang 13. Dann dieser Rückschritt. „Das war nicht genug“, bemängelte Bundestrainer Dagur Sigurdsson, „wir wussten, das wird eine heiße Partie. Die Atmosphäre war unglaublich. Aber wir haben zu viele Fehler gemacht.“

Die Stimmung, die von den begeisterungsfähigen 11.000 Fans in der Future Arena erzeugt wurde, war sensationell und gab der eigenen Mannschaft einen großen Schub. Doch dass sie überhaupt aufkam, daran hatten die Deutschen ihren Anteil.

„33 Gegentore sind nicht schönzureden“, sagte der Berliner Rückraumspieler Paul Drux. Dabei zeigte sein Berliner Mitspieler Silvio Heinevetter, der für Andreas Wolff das Tor hütete, eine gute Leistung. „Wenn wir gut spielen wollen, müssen das deutlich weniger werden“, fügte Steffen Weinhold hinzu.

Der 30-jährige vom THW Kiel war für den am Knie verletzten Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) ins Team gerückt. Die verbleibenden Kontrahenten in der Gruppe sind Slowenien (Sonnabend) und Ägypten (Montag), die Chancen auf ein Weiterkommen stehen also immer noch sehr gut.