#Rio2016

Erste Dopingfälle überschatten Spiele am Zuckerhut

Eine chinesische Schwimmerin und eine 3000-Meter-Hindernisläuferin aus Bulgarien wurden mit verbotenen Substanzen erwischt.

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Rio de Janeiro.  Kaum hatte das Internationale Olympische Komitee IOC am Donnerstag eine erste Bilanz der bisherigen Dopingtests in Rio kommuniziert, war diese schon wieder überholt. Wenige Stunden später waren die Fahnder unter den bisher mehr als 2000 genommenen Proben fündig geworden. Die chinesische Schwimmerin Chen Xinyi und 3000-Meter-Hindernisläuferin Silwia Danekowa aus Bulgarien wurden in Brasilien positiv getestet.

Bei Chen war schon am vergangenen Sonntag das Diuretikum Hydrochlorothiazid nachgewiesen worden, das als maskierendes Mittel für Dopingsubstanzen benutzt wird. Das berichtet Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf den nationalen Schwimmverband CSA. An diesem Tag hatte die 18-Jährige den vierten Platz im Finale über 100 Meter Schmetterling belegt, nur um 0,09 Sekunden verpasste sie dabei die Bronzemedaille. Am Freitag hätte Chen an den Vorläufen über 50 Meter Freistil teilnehmen sollen.

Kenianischer Trainer gibt Probe für einen Sportler ab

Ebenfalls sickerte die Nachricht über die positive Probe bei Danekowa durch, die 33-Jährige ging damit selbst in die Offensive. „Ich hatte drei Tests, alle negativ, und mein vierter Test war positiv“, dies sei „ein unglaublicher Schock“, sagte sie dem bulgarischen TV-Sender BNT. Sie sei unschuldig, „die einzige Erklärung könnten Nahrungsergänzungsmittel sein“, erklärte die Leichtathletin. Dem Bericht zufolge soll es sich bei der Substanz um das Blutdopingmittel Epo handeln. Danekowa wurde vorläufig suspendiert, laut BNT soll auch die B-Probe positiv ausgefallen sein.

Vor dem Start der Leichtathleten ist der Fall Danekowa zudem ein weiterer schwerer Schlag für die Reputation der gesamten Sportart. Der Weltverband IAAF hatte der kompletten russischen Mannschaft bis auf eine Ausnahme wegen systematischen Dopings den Start untersagt, auch die Läufernation Kenia produziert in Rio de Janeiro zahlreiche schlechte Nachrichten. Erst am Donnerstag wurde ein Trainer wieder nach Hause geschickt – der 61-jährige John Anzrah hatte sich bei einer Doping-Kontrolle für 800-Meter-Läufer Ferguson Rotich (30) ausgegeben.

Auch die Brasilianer blieben nicht verschont. Radsportler Kleber da Silva Ramos (30) ist vor den Spielen positiv auf das Epo-Präparat Cera getestet worden. Da Silva Ramos hatte sein Land im olympischen Straßenrennen am 6. August vertreten, war allerdings nichts ins Ziel gekommen.