Olympia

In Rio startet der Bruder eines Selbstmordattentäters

Jenseits der Stars gehen bei Olympia auch Exoten, Außenseiter und Quereinsteiger an den Start. Sie haben eine besondere Geschichte.

Mourad Laachraoui gehört zum belgischen Taekwondo-Team

Mourad Laachraoui gehört zum belgischen Taekwondo-Team

Foto: Peter Dejong / picture alliance / AP Photo

Rio de Janeiro.  Die Superstars Usain Bolt und Michael Phelps stehen im Rampenlicht, doch bei Olympia werden stets auch chancenlose Exoten von den Fans gefeiert. Für die Nachfolger des legendären Langsam-Schwimmers Eric „The Eel“ Moussambani gilt das olympische Motto: Dabei sein ist alles.

Oft sind es Geschichten „kleiner“ Athleten, die große Gefühle wecken. So ist Dipa Karmakar als erste indische Turnerin überhaupt nach Rio gekommen, der Judoka Ahmed Goumar aus Niger träumt davon, nach 44 Jahren eine Medaille für sein Land zu gewinnen, und der japanische Mönch Kazuki Yazawa aus dem Tempel Zenkoji Daikanjin strebt im Kanu-Slalom nach einem Stück Glückseligkeit: „Ich hoffe, dass ich auf der großen Bühne Olympias meine beste Leistung abrufen kann und mit gutem Gefühl nach Japan zurückkehre.“

Erste praktizierende Muslima als US-Olympionikin

Gewichtheber David Katoatau vom Atoll Kiribati begeistert nicht nur mit seinem Kampf gegen den Klimawandel, sondern auch mit lustigen Tänzen auf der Heber-Bühne. Und Kirgistans Präsident Almasbek Atambajew rief seinem 19-köpfigen Team bei der Abreise zu: „Macht es mit Mannschaftsgeist. Macht es wie das kleine Island bei der Fußball-EM.“

Besondere Aufmerksamkeit wird wohl auch Ibtihaj Muhammad erlangen. Die Fechterin ist die erste Sportlerin aus den USA, die als praktizierende Muslima bei Olympia startet. „Es ist ein schwieriges politisches Umfeld. Ich denke, dass Muslime derzeit generell unter Beobachtung stehen, aber ich hoffe, dass ich das Bild ändern kann, das die Leute von einer Muslima haben“, sagt die 30-Jährige, die mit dem Säbel-Team zu den Medaillenkandidatinnen gehört.

Eine besonders dramatische Familiengeschichte hat Mourad Laachraoui, der zum belgischen Taekwondo-Team gehört. Sein älterer Bruder Najim ist einer der vier Selbstmordattentäter von Brüssel.