Olympia

Der längste Fernsehmarathon aller Zeiten

Für ARD und ZDF könnte es der letzte Olympia-Auftritt werden, deswegen zeigen die öffentlich-rechtlichen Sender noch mal ihre Kraft.

Jonas Reckermann und Julius Brink (r.) sorgten beim Triumph 2012 für die höchste TV-Quote in Deutschland, diesmal sind die Beachvolleyballer als TV-Experten dabei

Jonas Reckermann und Julius Brink (r.) sorgten beim Triumph 2012 für die höchste TV-Quote in Deutschland, diesmal sind die Beachvolleyballer als TV-Experten dabei

Foto: dpa Picture-Alliance / firo Sportphoto/Kai Griepenkerl / picture alliance / augenklick/fi

Rio.  Die Eröffnungsfeier in der Nacht auf Sonnabend in der ARD (1 Uhr) ist der Beginn eines Fernsehmarathons, der die Dimensionen von London 2012 übertrifft und Sportfans zu einer extremen Ausdauerleistung zwingt. Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen noch einmal ihre volle Leistungsstärke zeigen, denn es könnte ihr letzter Olympiaauftritt sein.

Kann ich alle Wettbewerbe sehen?
Mehr als 300 Stunden live zeigen ARD und ZDF bis zum 21. August im täglichen Wechsel – so viele waren es noch nie. „Wir wollen den Zuschauern ein hochattraktives Olympia-Angebot machen“, kündigte ARD-Teamchef Gerd Gottlob an. Hinzu kommen rund 1000 Stunden Livestream im Internet auf sportschau.de und sport.zdf.de und den entsprechenden Apps für Smartphones mit Live-Kommentar. So kann man beispielsweise auch die Vorkämpfe live sehen, die im Hauptprogramm gerade nicht gezeigt werden.

Wann kann ich Wettkämpfe sehen?
Wegen der Zeitverschiebung von fünf Stunden beginnen die täglichen Livesendungen in der Regel zwischen 12.30 und 13.30 Uhr. Der Olympia-Tag in Rio endet morgens gegen 5.30 Uhr. Wer um Mitternacht ins Bett geht, kann am nächsten Tag im Morgenmagazin oder in einer Höhepunkte-Sendung vormittags zwischen 9 und 12 Uhr die Ereignisse der vergangenen Nacht anschauen.

Gibt es Schwerpunkte?
Neben den Kernsportarten Schwimmen und Leichtathletik – dort sind zusätzlich zum Weltbild eigene Kameras aufgestellt – stehen diesmal die Mannschaftswettbewerbe im Fokus. Erstmals in der Olympia-Historie spielen beide deutschen Fußballteams (Frauen und Männer) mit. Auch die Spiele von Handball-Europameister Deutschland stoßen auf ein besonderes Interesse.

Wie hoch sind die Kosten?
Die Produktionskosten werden auf etwas mehr als 20 Millionen Euro geschätzt. Offizielle Angaben machen ARD und ZDF nicht. Beide Sender arbeiten in Sachen Technik und Personal aber sehr eng zusammen. Immerhin mussten 100 Tonnen Material nach Brasilien transportiert werden. Durch Synergieeffekte sollen die Kosten möglichst gering gehalten werden.

Wer darf auf den Sender?
Die Livesendungen moderieren Alexander Bommes und Gerhard Delling für das Erste sowie Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne im Zweiten. Als Experten sind Franziska van Almsick (Schwimmen), Frank Busemann (Leichtathletik) und Julius Brink (Beachvolleyball) für die ARD und Christian Keller (Schwimmen), Ronny Ziesmer (Turnen), Philipp Crone (Hockey), Jonas Reckermann (Beachvolleyball) und Kristof Wielke (Rudern) fürs ZDF dabei.

Welche Quoten sind zu erwarten?
Topquoten von mehr als 20 Millionen Zuschauern wie bei der Fußball-EM sind bei Olympia nicht drin. Mehr als zehn Millionen wären eine Traumquote. Wegen der Zeitverschiebung dürften aber die Marktanteile nach Mitternacht recht hoch ausfallen.
Sind es die vorerst letzten Olympia-Übertragungen von ARD/ZDF?
Das ist nicht auszuschließen. Von 2018 an liegen die Erstsenderechte beim US-Medienkonzern Discovery (Eurosport). Die Verhandlungen mit ARD/ZDF über Sub-Lizenzen verlaufen zäh. „Es wachsen die Zweifel, wie ausgeprägt ihr Interesse an der Olympia-Berichterstattung tatsächlich ist“, sagte Discovery-Chef Jean-Briac Perrette.