Griechen-Beleidigung

Wirbel um Twitter-Eintrag – Natascha Keller löscht Profile

Eine angebliche Griechenland-Beleidigung durch die Berliner Fahnenträgerin schlägt vor der Eröffnungsfeier hohe Wellen.

Foto: DPA

Unbekannte haben offenbar versucht, die Berliner Olympia-Fahnenträgerin Natascha Keller durch einen gefälschten Twitter-Eintrag mit Beschimpfungen in Misskredit zu bringen. „Mit großem Unverständnis hat der DOSB auf Berichte reagiert, die deutsche Fahnenträgerin Natascha Keller mit einem gefälschten Twitter-Eintrag in Verbindung bringen. Darin werden Griechen beleidigt“, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

„Es ist eine Frechheit, dass Unbekannte das deutsch-griechische Verhältnis damit belasten wollen“, sagte Chef de Mission Michael Vesper. „Wer immer hinter dieser Fälschung steckt, sollte sich schämen. Es ist eine erbärmliche Aktion, die keinen weiteren Kommentar verdient.“ Vesper informierte am Freitag auch den griechischen Chef de Mission über den Vorgang.

Hockey-Rekordnationalspielerin Natascha Keller hat vorsorglich sofort ihren Account beim sozialen Netzwerk gelöscht, ihre Facebook-Seite und ihre Homepage geschlossen. Ebenso wurde der Kommentarbereich in ihrem Athletenprofil der Website der deutschen Olympiamannschaft gesperrt. „Wir haben diesen Eintrag auf Nataschas Twitter-Account nicht gefunden“, berichtete Teamsprecher Christian Klaue. Auch Twitter selbst sagte der Nachrichtenagentur dapd, ein solche Nachricht sei nie verschickt worden.

In dem von griechischen Medien zitierten gefälschten Twitter-Eintrag werden griechische Sportler lächerlich gemacht. Sie würden barfuß durch das Olympische Dorf laufen. Man gehe ihnen aus dem Weg, weil man fürchte, dass sie sich Geld leihen wollten, hieß es angeblich in dem auf Englisch verfassten Text, den andere Twitterer weiterleiteten.

Griechische Medien hatten den Twitter-Eintrag aufgegriffen. Dieses Zitat wurde dann in griechischen Blogs und Social-Media-Seiten verbreitet. Daraufhin wurde Keller in all ihren Social-Media-Kanälen von wütenden Griechen mit Kommentaren überflutet, in denen ihr Rassismus vorgeworfen wurde. Sie solle sich schämen und sei eine Schande für Olympia, hieß es dort.

Das twittern die Berliner Olympioniken aus London

(Darin sind auch noch ältere Einträge von Natascha Kellers Twitter-Account zu finden)