Schwimmen

Was Sie zur Schwimm-WM in Südkorea wissen müssen

Am Freitag beginnt die Schwimm-WM in Gwangju/Südkorea. Die Morgenpost beantwortet die wichtigsten Fragen.

Florian Wellbrock ist eine der deutschen Medaillenhoffnungen bei der WM. Er startet sowohl im Freiwasser als auch über die langen Freistildistanzen im Becken.

Florian Wellbrock ist eine der deutschen Medaillenhoffnungen bei der WM. Er startet sowohl im Freiwasser als auch über die langen Freistildistanzen im Becken.

Foto: SIMON HASTEGRD / dpa

Berlin. Bei der Weltmeisterschaft vom 12. bis 28. Juli in Südkorea werden Medaillen in den Disziplinen Beckenschwimmen, Wasserspringen, Wasserball, Freiwasserschwimmen, Synchronschwimmen und High Diving vergeben. An 17 Wettkampftagen stehen insgesamt 76 Entscheidungen an.

Wo findet die WM statt?

Gwangju ist mit rund 1,4 Millionen Einwohnern die sechstgrößte Stadt in Südkorea und liegt rund 330 Kilometer südlich der Hauptstadt Seoul. Die meisten Wettbewerbe werden im hochmodernen Nambu University Municipal Aquatics Center mit Platz für 11.000 Zuschauer ausgetragen. Die Freiwasserschwimmer messen sich im Yeosu Ocean Park.

Wie stehen die deutschen Chancen?

Die größten Hoffnungen ruhen auf Florian Wellbrock, der sowohl im Freiwasser über die olympischen zehn Kilometer als auch im Becken (800 und 1500 Meter) als Medaillenkandidat an den Start geht. Bei den Wasserspringern dürfte wegen seines Verletzungspechs nicht einmal der Olympiadritte Patrick Hausding Edelmetall holen. Sein Hauptziel ist ein Olympia-Quotenplatz vom Drei-Meter-Brett.

Die deutschen Wasserballer liebäugeln bei ihrem WM-Comeback mit dem Viertelfinale, das Synchronschwimmerinnen-Duett Marlene Bojer/Daniela Reinhard will sich gut präsentieren. Die Klippenspringer Iris Schmidbauer und Manuel Halbisch sind in der waghalsigen Disziplin High Diving Außenseiter.

Wer ist aus Berlin am Start?

Im Schwimmen – niemand. Das ist enttäuschend in einer Stadt, die einst Topstars wie Franziska van Almsick oder Britta Steffen hervorbrachte. Umso größer ist dafür das Berliner Aufgebot im Wasserspringen. Neben Hausding zählen dazu Lou Massenberg, Lars Rüdiger, Lena Hentschel, Maria Kurjo, Elena und Christina Wassen. Und auch die Wasserballer haben einen starken Kern von den Wasserfreunden Spandau am Start mit Marko Stamm, Maurice Jüngling, Marin Restovic, Denis Strelezkij, Ben Reibel, Mateo Cuk und Lucas Gielen. Bundestrainer ist mit Hagen Stamm ein weiterer Wasserfreund.

Wer sind die Topstars?

Ein Jahr vor den Olympischen Spielen suchen fast alle Topathleten das internationale Kräftemessen. Vor allem im Becken wimmelt es nur so von Stars, die fünfmalige Olympiasiegerin Katie Ledecky, Siebenfach-Weltmeister Caeleb Dressel (beide USA) und der fünfmalige WM-Champion Adam Peaty (Großbritannien) ziehen die Fans an. Gespannt erwartet wird der Auftritt des umstrittenen Chinesen Sun Yang, dem wegen einer mit einem Hammer zerstörten Dopingprobe weiter die Sperre droht.

Sind die Wettkämpfe live im TV zu sehen?

Nein – und das ist ein Novum. Das ZDF berichtet nur im Livestream in seiner Mediathek, die ARD verzichtet auch aus Rechtegründen genau wie Eurosport komplett. Der Zeitunterschied (Beckenfinals am frühen Nachmittag deutscher Zeit) macht die WM für die TV-Sender unattraktiv, außerdem hat das deutsche Schwimmen anders als zu Zeiten einer Van Almsick keine große Strahlkraft mehr.

Was ist neu?

Am Beckenrand steht kein Bundestrainer mehr, nach dem Rücktritt von Henning Lambertz betreut ein ganzes Kompetenzteam die Schwimmer. Das hat die Normen deutlich gesenkt und den Schwerpunkt auf die Staffeln gelegt, so dass sich die Teamgröße im Vergleich zur WM 2017 verdoppelte. Als Team-Chef fungiert Wellbrocks Heimtrainer Bernd Berkhahn aus Magdeburg.