Tennis

Lisicki scheitert in Montreal an Radwanska und ihren Nerven

Zwei Runden hat Sabine Lisicki beim Masters-Turnier noch durch großen Kampfgeist überstanden. Doch im Achtelfinale scheiterte die Berlinerin. Gegen Polin Agnieszka Radwanska unterliefen ihr 52 Fehler.

Foto: Graham Hughes / AP

Erst Serena, jetzt Venus – beide Williams-Schwestern innerhalb von einer Woche waren für Angelique Kerber (Kiel) einfach zu viel. Nachdem Deutschlands beste Tennisspielerin im Finale von Stanford am vergangenen Sonntag trotz 5:1-Führung im ersten Durchgang gegen Serena verloren hatte, war beim WTA-Masters in Montreal gegen deren ältere Schwester Venus überraschend im Achtelfinale Endstation, trotz erneuter Führung. Die Nerven der Weltranglistensiebten hielten nicht – wie auch bei der Berlinerin Sabine Lisicki.

Auch Kerber verliert

2:1, Break vor: So hieß es für Lisicki und Kerber im Entscheidungssatz – trotzdem mussten beide in Montreal ihre Koffer packen. Lisicki verlor nach 1:42 Stunden mit 1:6, 6:3, 3:6 gegen die an Position drei gesetzte Polin Agnieszka Radwanska. Kerber unterlag bei dem Hartplatz-Turnier gegen die frühere Weltranglistenerste Williams in einem hochklassigen Duell nach 2:25 Stunden mit 3:6, 6:3, 4:6.

Lisicki offenbarte bei ihrer Dreisatzniederlage im Achtelfinale erneut ihre schlechte Form in dieser Saison. 52 unerzwungene Fehler und sieben Doppelfehler fabrizierte die Wimbledon-Halbfinalistin von 2013 in der Partie. Zu viel gegen die konstant spielende Radwanska, bei der nur 15 unerzwungene Fehler zu Buche standen. Nach einer 2:1-Führung im dritten Satz gewann die 24-jährige Berlinerin nur noch ein Spiel. Radwanska feierte hingegen eine gelungene Revanche für ihre Halbfinal-Dreisatzniederlage in Wimbledon im vergangenen Jahr.

Viertelfinale in Wimbledon bleibt bestes Saisonergebnis

Außer den Schlagzeilen um ihren neuen Aufschlagweltrekord von knapp 211 km/h sorgte Sabine Lisicki in letzter Zeit sportlich für wenig Schlagzeilen. Insgesamt vier Erstrundenniederlagen kassierte die Weltranglisten-29. in diesem Jahr. 2014 war bereits sechsmal in der zweiten Runde Schluss – ihre beste Saisonleistung ist das Erreichen des Viertelfinals von Wimbledon. Zu wenig für eine Spielerin mit ihrem Talent.

Lisicki und Kerber steht noch viel Arbeit und hartes Training in den nächsten Wochen bis zum vierten und letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres bevor. Denn die Zeit drängt. Bei den US Open (25. August bis 7. September) müssen die Nerven halten, wollen sie für Furore im Big Apple sorgen.