Tennis

Vater Lisicki erwartet „keine Wunderdinge in Wimbledon“

Es ist ihr Turnier: In Wimbledon feierte Sabine Lisicki ihre größten Erfolge. Doch vor dem Turnier 2014 war die Berlinerin sehr nervös. Warum, erklärt ihr Vater und Trainer Richard Lisicki.

Foto: rtn, patrick becher / pa/

Sabine Lisicki steht nach dem 6:3, 7:5 gegen Karolina Pliskova (Tschechien) in Runde drei von Wimbledon, dort trifft die Berlinerin auf Ana Ivanovic (Serbien).

Berliner Morgenpost: Es gab große Zweifel vor dem Wimbledon-Start Ihrer Tochter. Wie haben Sie die Rückkehr erlebt?

Richard Lisicki: Sabine war unheimlich nervös, hat aber erstaunlich schnell ihre Ruhe und Sicherheit gefunden. Es gibt einfach eine Assoziation im Kopf bei ihr: Wimbledon ist gut gewesen, ist gut für mich. Und wird auch gut bleiben.

Aber kann Sie darauf vertrauen, dass in Wimbledon schon alles gut wird – auch wenn die Saison vorher enttäuschend verläuft?

Ich wünsche mir, dass sie endlich mal über Wochen und Monate verletzungsfrei spielen kann. Denn das war schon das größte Problem, diese ewigen Rückschläge, die Probleme mit dem Handgelenk, mit der Schulter. Es ist nicht so, dass wir auf Wunderdinge in Wimbledon setzen. Wir hätten uns sicher eine andere Geschichte nach dem Finale 201 gewünscht.

War nicht auch dieser Riesentrubel nach dem Endspiel im Vorjahr ein Problem?

Ich glaube, wir haben alle unterschätzt, was dieses Turnier vor zwölf Monaten ausgelöst hat. Das war schon ein extremer Rummel, und es brauchte seine Zeit, bis sich Sabine darauf eingestellt hatte.

Es gab immer wieder Vorwürfe, dass Ihre Tochter nicht ausreichend trainiere.

Diese Schlagzeilen ärgern mich wirklich. Ich weiß, wie hart Sabine für ihre Karriere arbeitet, was sie alles geopfert hat, um Profi werden zu können. Die zwei, drei Mal, die sie zu Empfängen gegangen ist, sind doch kein Beweis, dass sie nicht richtig trainieren würde. Aber es lohnt sich nicht, sich damit länger zu beschäftigen.

Martina Hingis hat das Camp Lisicki verlassen. Bedauern Sie das?

Sie will jetzt noch mal richtig im Doppel angreifen, aber das passt dann eben nicht mehr zu einem Trainerjob.

War das Intermezzo Zeitverschwendung?

Auf keinen Fall. Sabine hat profitiert von den Gesprächen mit Martina, von ihrer Erfahrung in der Weltspitze. Es war eine schöne Zeit, die noch Früchte tragen wird. Ganz sicher.