Leichtathletik

Berliner Politiker fordern Rabatte für WM-Karten

Der 100 Meter Lauf und damit der neue Weltrekord des jamaikanischen Sprinters Usain Bolt war bereits einer der Höhepunkte der Leichtathletik WM in Berlin. Doch selbst bei dieser und anderen Top-Leistungen blieben etliche Plätze auf den Tribünen des Olympiastadions leer. Jetzt wird diskutiert, Restkarten an der Abendkasse deutlich billiger zu verkaufen.

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Berliner Promis gucken das 100-Meter-Finale

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Kurzentschlossene können noch immer Karten für die Leichtathletik-WM bekommen, die noch bis zum kommenden Sonntag in Berlin stattfindet. Zwar hatte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit drei Tage vor Beginn des Sportfestes verkündet, dass mehr als 300.000 Tickets verkauft seien. Dies sei soviel wie bei keiner WM zuvor. Etwa 200.000 Plätze waren jedoch noch frei.

Und tatsächlich: Selbst bei Spitzenleistungen wie dem neuen Weltrekord über 100 Meter am Sonntag von Sprinter Usain Bolt fallen die vielen leeren Plätze im Stadion auf. „Es ist schade, dass so viele Plätze unbesetzt blieben. Aber die Gefahr war allen klar“, sagt Helmut Digel. Einen Grund sieht der Tübinger, Mitglied des Council des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, in den stattlichen Ticketpreisen. Die halten viele Zuschauer aber offenbar vom Kommen ab. „Unter dem Aspekt der Einnahmen ist der bisherige Ticketverkauf jedoch sehr gut.“

Eine Tatsache, die in Berlin nun Politiker von SPD, CDU und Linke auf den Plan ruft. Eine Eintrittskarte kostet an den meisten Tagen zwischen 34,90 Euro für die billigste Karte und 153,55 Euro für Plätze an der Finish Line. Am Dienstag verkauft die Tageskasse am Olympiastadion Karten zwischen 15,69 Euro und 17,69 Euro, am Mittwoch beginnen die Preise bei 23,60 Euro. Lediglich am Donnerstag, Sonnabend und Sonntag ist die günstigste Kategorie für 34,90 Euro ausgebucht. Ansonsten sind auf der offiziellen Website der WM noch auf allen Plätzen Karten erhältlich. Nicht einmal am kommenden Sonnabend scheint es Engpässe zu geben, jenem Tag also, den der Senat schon vorab als ausverkauft gemeldet hatte und den auch verschiedenen Vorverkaufsstellen nicht mehr im Angebot haben.

Berliner Politik regen jetzt nach einem Bericht der Berliner Zeitung an, Restkarten für die WM an der Abendkasse deutlich billiger zu verkaufen. „Ich finde es angemessen, wenn man die Begeisterung nach den ersten zwei Tagen nutzen würde, um mit einer Preissenkung das Olympiastadion voll zu bekommen“, zitiert das Blatt den Vorsitzenden des Sportausschusses des Bundestages, Peter Danckert (SPD). Auch die Vizepräsidentin Karin Seidel-Kalmutzki spricht sich dem Bericht zufolge für eine Preissenkung aus: Sie würde Restkarten an der Abendkasse billiger verkaufen. Der ehemalige Sportsenator Klaus Böger nennt schon einen Preis: Die Tickets sollten für die Hälfte verkauft werden. Ähnlich wird es in der Stadt bereits bei vielen Kulturveranstaltungen gehandhabt. Auch der sportpolitische Sprecher der CDU, Andreas Statzkowski teilt diese Idee.

Böger sagte zu der Zeitung, es sei ein Unding, dass Plätze auf der Ehrentribüne frei bleiben, weil sich Leute angemeldet haben, aber nicht erschienen. Auch diese Tickets sollte verkauft werden. Die Linke schlägt hingegen vor, Tickets für zehn Euro beispielsweise an ehrenamtlich tätige Sportler aus den Vereinen zu vergeben.

Wowereit aber, der auch Präsident des Berliner WM-Organisationskomitees ist, sieht nach wie vor keinen Handlungsbedarf. Rabatte seien „ein Schlag gegen diejenigen, die vorher schon ein Ticket gekauft haben“, sagte er. mit sid

Tickets können Sie zum Preis von 30 bis 175 Euro im Internet unter www.berlin2009.org oder unter der Hotline Tel. 01805 / 12 00 91 (eine Minute kostet 0,14 Euro aus dem deutschen Festnetz) und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden. Am Dienstag, 18. August, sind die Wettkämpfe in eine Vormittag- und eine Abendveranstaltung aufgeteilt. Für beide Termine benötigen Sie jeweils ein eigenes Ticket. Die Karten beinhalten An- und Abreise mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln. Parkplätze stehen am Stadion nicht zur Verfügung.

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