Zwischen Fan-Experience und Last-Minuten-Toren

(jl) – Mit dem Marketing-Sprech ist das ja so eine Sache. Klingt nun mal hip, modern und trendy, und gibt den findigen Werbern zudem das Gefühl, das Rad neu erfunden zu haben. Einerseits.

Andererseits wecken Begriffe wie „customer journey“ und „Fan-Experience“ ja auch jede Menge Argwohn, schließlich schleicht sich schnell der Verdacht ein, dass es weniger um das Wohl der Stadionbesucher geht, als vielmehr um deren Kohle.

Abenteuerliche Bedingungen in Havanna

Wie dem auch sein. Für diejenigen unter euch, die noch eine „Fan-Experience“ jenseits von Westend und Fröttmaning suchen: Wie wär’s denn mal mit Kuba? Dort lief am Freitagabend John Brooks auf, unter geschichtsträchtigen Umständen. Am Ende stand ein zähes 2:0 der US-Boys, bei dem der Herthaner in den ersten 45 mitwirkte.

Weit spektakulärer als das Spiel selbst finde ich die Bilder des Stadions. Der Rasen, die Tribünen, das Grün im Hintergrund – wer das Böllenfalltor für abenteuerlich hält, sollte wohl mal ins Estadio Pedro Marrero reisen. Seht selbst.

Last-Minute-Siegtor von Stocker

Brooks war nicht der einzige Berliner, der mit seinen Nationalteams Erfolge feierte. Als großer Gewinner des Freitagabends darf sich Valentin Stocker fühlen. Im Match gegen Ungarn wurde der Schweizer beim Stand von 2:2 in der 88. Minute eingewechselt und traf prompt zum Sieg. Hier geht’s zum Video: klick.

Ob sich der Ungar Pal Dardai uneingeschränkt über den Treffer seines Schützlings freuen konnte, wage ich mal zu bezweifeln…

Weiser und Stark siegen spektakulär

Und die übrigen Internationalen? Deutschlands U21 gewann nach spektakulärem Schlagabtausch 4:3 gegen Russland und löste damit frühzeitig das EM-Ticket. Mitch Weiser stand in der Startelf und bereitete das 1:0 mit einer feinen Flanke vor. Niklas Stark wurde in der Schlussphase eingewechselt. Ein Video findet ihr: hier.

Für Vedad Ibisevic gab’s indes nichts zu bejubeln. Er verlor mit Bosnien 0:4 gegen Belgien und wurde nach gut einer Stunde ausgewechselt. Auch Maxi Mittelstädt blieb erfolglos. Die deutsche U20 kassierte ein 1:3 gegen England.

Am heutigen Sonnabend (18 Uhr) wird’s dann ernst für Rune Jarstein und Per Skjelbred. Sie treten mit Norwegen in Aserbaidschan an.

Als Rausschmeißer: der 800. Härringer.

Auch Sonntag haben die Hertha-Profis frei. Nächstes Training: Montag, 15.30 Uhr.