Der Wikinger meldet sich zurück

(jl) – Es war schon ein ungewöhnliches Bild, das sich da auf dem Schenckendorffplatz bot, zumindest für einen Mittwoch. Zur ersten, auf neun Uhr vorgezogenen Einheit fanden sich nur zehn Profis ein. Jene überließen das Feld nach einer Stunde zwölf Nachzüglern, die ein Trainingsspiel gegen die U23 absolvierten. Wie diese spezielle Einheit verlaufen ist, hat unserer Praktikantin Anna-Luise Müller für euch festgehalten. Tusch, Trommelwirbel, Vorhang auf:


Von Anna-Luise Müller

Spielpraxis – das war das entscheidende Stichwort. Die Berliner Profis, die in den bisherigen Pflichtspielen nicht oder nur wenig zum Zuge kamen, schickte Pal Dardai deshalb in einen Trainingskick. Die B-Elf der Profis durfte sich am Mittwochvormittag mit Herthas U23 duellieren. Spielzeit: dreimal 25 Minuten.

So sah die Startaufstellung aus: Körber – Owusu, Baak, Hegeler, Mittelstädt – Allan, Skjelbred – Esswein, Stocker, Kalou – Schieber.

Allan ohne Bindung

Die Stammkräfte schauten nach getaner Arbeit länger zu, auch Manager Michael Preetz beobachtete die zweite Garde am Spielfeldrand. So richtig in den Vordergrund spielen, konnte sich jedoch niemand. Am auffälligsten agierte noch Allan, der sich einen Fehlpass nach dem nächsten erlaubte. Valentin Stocker platzte irgendwann der Kragen:

„Allan, keep the ball!!!“

Insgesamt war es ein ziemlicher zerfahrener Kick. Am Ende stand trotzdem ein klares 3:0 (1:0, 1:0) der Profis. Die Tore erzielten Salomon Kalou (4.), Stocker (62.) und Julian Schieber (67.).

Auf die Frage, wie zufrieden er mit der Leistung seiner Mannschaft sei, antwortet Dardai:

„Ach gemischt, die ersten 25 Minuten haben sehr gut ausgesehen, da war Tempo drin und die letzten 25 Minuten waren auch wieder ok. Das ist Spielpraxis und die brauchen wir. Ich glaube, das war eine gute Trainingseinheit.“

Baumjohann weiter hinten dran

Einer, der gerade erst öffentlich mit seiner Situation als Reservist gehadert hatte, kam am Mittwoch nur kurz zum Einsatz. Alexander Baumjohann (Fotos: Müller) musste sich selbst in der B-Elf hinten anstellen, kam erst im Schlussabschnitt für Kalou. Dann aber lieferte er prompt zwei Torvorlagen.

Das Lob des Trainers hielt sich trotzdem arg in Grenzen. In der Schlussphase eines Spiels sei Baumjohann immer gut. Jetzt müsse er einfach dranbleiben. Nein, auf Streicheleinheiten braucht ein frustrierter Reservist wie Baumjohann nicht zu warten.

Dardai: „Ich muss hier niemanden an die Brust nehmen, außer meine Kinder. Wir sind bei den Profis, jeder kriegt seine ehrliche Bewertung und damit müssen sie klarkommen, dafür kriegen sie Geld. Wenn jemand das nicht kann, muss man eine Entscheidung treffen.“

Wenig Optimismus bei Brooks

Die vielleicht positivste Nachricht des Tages produzierte Per Skjelbred. Der Norweger spielte beim Härtetest nach seiner Oberschenkelverletzung durch, zeigte sich umsichtig und lauffreudig wie eh und je. Somit scheint ein Einsatz gegen Schalke wahrscheinlich, zumal eine andere Personalie fraglich bleibt.

Denn: John Brooks pausiert nach seiner Oberschenkelverletzung weiter. Dardai geht vorerst davon aus, auf den Verteidiger verzichten zu müssen. Wie er diesen Ausfall kompensieren würde, deutete der Coach schon an:

„Wenn Jay raus ist, kann es sein, dass Niklas Stark nach hinten geht. Dann ist erstmal ein Platz frei.“

Hier käme dann Skjelbred ins Spiel. Warten wir’s ab.

Peter Pekarik, Mitchell Weiser und Sebastian Langkamp trainierten am Mittwoch nur individuell, sollen am Donnerstag aber wieder einsteigen.

Nächste Einheiten: Donnerstag 10 und 15 Uhr. Stay tuned.