Von Derbys, Torwartdebatten und Kopfschmerzen

(jl) – Und, was schießt euch am 3. September so durch den Kopf? Feiert ihr den „Internationalen Wolkenkratzertag“ (ja, so etwas gibt es wirklich)? Freut ihr euch mit San Marino über den Nationalfeiertag? Oder schweifen die Gedanken nach Köpenick, wo auf den Tag genau vor vier Jahren ein denkwürdiges Derby stattfand?

Zurück ins Hier und Jetzt: Die Hertha-Profis dürfen es heute ruhig angehen lassen. Durch ihre zwölf Tore gegen Club Italia haben sie sich ein freies Wochenende herausgeschossen.

Kopfballungeheuer Niklas Stark

Sportlich hatte das Trainingsspiel gegen den Bezirksligisten natürlich wenig keine Aussagekraft, zu groß war der Qualitätsunterschied zwischen den Teams. Viel Anklang fand die Veranstaltung trotzdem, die Haupttribüne im Amateurstadion war voll besetzt.

Thomas Häßler freute sich über ein bisschen Tuchfühlung zum großen Fußball, Pal Dardai über ein wenig Abwechslung und die Pflege der Fußball-Kultur. Club Italia sei schließlich eine Institution in Berlin.

Hier noch mal alle zwölf Treffer im Schnelldurchlauf:

Tore fielen aber nicht nur im Amateurstadion, sondern auch in Kassel. Dort trat die deutsche U21 gegen die Slowakei an. Mitch Weiser und Niklas Stark standen beim 3:0 (2:0) in der Startelf. Weiser wurde nach 72 Minuten ausgewechselt, Stark erzielte nach einer Ecke das 2:0 – mal wieder per Kopf. Wie er das gemacht hat, könnt ihr euch hier ansehen.

Rätselraten um Skjelbred

Die nächsten Herthaner im Länderspieleinsatz sind Rune Jarstein und Per Skjelbred – zumindest möglicherweise. Ob sie am Sonntag (20.45 Uhr, RTL) gegen Deutschland tatsächlich auf dem Rasen stehen, bleibt abzuwarten.

Dardais Überzeugung, wonach der angeschlagene Skjelbred „auf keinen Fall“ spielen würde, scheint Nationaltrainer Per-Mathias Högmo jedenfalls nicht zu teilen. Beim Training am Freitag sei der Berliner voll dabei gewesen.

Um die Frage, wer die Nummer eins im Nationalteam sein soll, wird in Norwegen eifrig diskutiert. Die Zeitung „Telemarksavisen“ meint zu wissen, dass Örjan Nyland (FC Ingolstadt) seinen Stammplatz verloren hätte.

Norwegen auf Herthas Spuren

Jarstein, in seiner Zeit bei Hertha ja mit Torwart-Debatten bestens vertraut, verhält sich wie immer: ruhig und sachlich, ohne groß nach vorn zu preschen:

„Ich hoffe, dass ich bei dem Spiel im Tor stehen darf, aber warten wir mal das Training am Samstag ab.“

Coach Högmo hält sich mit Aussagen zum Thema zurück. Vielleicht sollte er allein aus Aberglauben auf Jarstein setzen. Genauso wie Skjelbred war der Keeper im Februar 2009 beteiligt, als Norwegen überraschend 1:0 gegen Deutschland gewann. Der Zeitung „Aftenposten“ sagte Skjelbred:

„Wir wissen, dass es geht. Was unmöglich scheint, ist im Fußball möglich. Wir müssen in den Duellen dagegenhalten und das Regelbuch ausreizen.“

Bitte nicht verletzen, Herrschaften.

Als Rausschmeißer noch den aktuellen Härringer. Ohne Worte.

Das nächste Hertha-Training findet am Montag statt. Dann wird in Deutschland übrigens der „Kopfschmerztag“ gefeiert. Kein Scherz.