Ein bisschen mehr Liebe

(npri) – Maximilian Mittelstädt ist bislang der Mann eurer Wahl für die Linksverteidigung. Heute im Training hat er sich auch empfohlen. „Von der Form her ist er Peter Pekarik und Johannes van den Bergh weit voraus“, hat Pal Dardai gesagt. Dennoch klang es für mich eher nicht danach, dass er den 19-Jährigen am Samstag für den gesperrten Plattenhardt einsetzt. Der Hertha-Trainer hat noch einmal betont, dass eben auch Erfahrung eine wichtige Rolle spielt. Das hatte er ja schon nach dem Spiel gegen den FC Bayern gesagt, da hatte er ihn vorne spielen lassen, „weil man da auch mal einen Fehler machen kann“. Im Training war Mittelstädt spritzig und energisch und hat beim Kleinfeld-Turnier 5:5 ein, zwei schöne Tore gemacht. Dennoch hat Dardai gegrübelt, es spielte in seinem Kopf auch eine Rolle, dass Mittelstädt dann Salomon Kalou vor sich hätte, er wisse nicht, ob er ihn in so ein Endspiel, wie er die Partie gegen Darmstadt bezeichnete, reinschmeißen will.

Stocker zwischen Kreis- und Königsklasse

Ansonsten war der Trainer nach einer 20-minütigen Athletik-Einheit erst einmal nicht so zufrieden mit seiner Mannschaft, die sich bis auf Shawn Kauter komplett auf dem Rasen versammelt hatte. Die Passübung, die er sich ausgedacht hat, lief recht schleppend, so dass Dardai unterbrauch und bat: „Ein bisschen mehr Liebe, Männer!“ Genauer sollten seine Mannen spielen, das klappte nach der Ansprache auch. Und auch, wenn die Champions League zwei Spieltage vor Schluss nicht mehr das ganz große Thema in Berlin ist, im Training war sie es: Sechs Teams hat Dardai antreten lassen, die mal wieder zwischen Königklasse und Kreisklasse auf- und absteigen konnten. Hier die Sieger:


Besonders auffällig in diesem Turnierchen war Valentin Stocker. Gleich zu Beginn gelang im per Volley ein Tor. „Jaaaaa“, brüllte der Schweizer, sank auf die Knie und rief hinterher: „Er kann es noch!“ Kurz darauf verließ Jarstein sein Tor, er wollte auch mal mitspielen, verhaspelte sich aber und der Ball landete wieder bei Stocker. Mit dem leeren Tor war der dann aber überfordert und schoss das Leder weit daneben. Immer wieder lief er zu seiner Trinkflasche und seine Mannschaft musste warten, damit es weitergehen konnte. War auch ziemlich sonnig heute, Stocki also durstig. Rainer Widmayer gab ihm dann den Tipp, erstens im Schatten zu spielen und sich zweitens auf die notwendigsten Bewegungen zu beschränken. Das merkte Stocker sich, und als sein Gegenspieler Sami Allagui den Ball mit Wucht an den linken Pfosten gehämmert hatte, stand Stocker wie ein Center bereit, drehte sich um und schoss den Ball über das gesamte Feld ins rechte untere Eck. Widmayer fasste sich an den Kopf: „Stocki! Ich pack es nicht!“

Einsatz von Darida fraglich

Etwas unauffälliger agierte Vladimir Darida, der heute zum ersten Mal wieder komplett im Balltraining mitmachte, seine Innanbanddehnung im Knie ist aber noch nicht passé. „Es ging schon ganz gut, aber merke die Verletzung natürlich noch“, sagte der Tscheche, den Dardai unbedingt für die letzten beiden Spiele im Kader haben wollte. Nach dem Training sagte er aber: „Das ist eine komplizierte Verletzung. Er hat heute das erste Mal mitgemacht, wir müssen das Abschlusstraining abwarten.“

Am Mittwoch trainiert Hertha um 10 Uhr.