Kreative Lösungen à la Dardai

(jl/dr) – Er ließ sich nicht aus der Reserve locken. Die Journalisten hakten auf der Pressekonferenz am Donnerstag zwar unnachgiebig nach, aber seine Gedankenspiele zur Aufstellung gegen Leverkusen behielt Pal Dardai für sich. Den Ausweg aus der Frage-Falle fand der Trainer mal wieder mit einem Augenzwinkern:

„Mitch Weiser wird im Tor stehen, Rune Jarstein geht auf die Zehn und wir spielen mit elf Mann.“

Verschmitztes Grinsen bei Dardai, Lacher unter den Medienvertretern. Auch wenn die Ergebnisse der jüngeren Vergangenheit eher ernüchternd ausfielen – bei den Berlinern herrscht wenig Grund für ernste Mienen. Die PK in voller Länge:

Respekt ja, aber keine Angst

Nach Dortmund und Bayern hat Hertha mit Leverkusen also den nächsten international erfahrenen Gegner vor der Brust. Seit 2010 spielte die Werkself durchgängig im europäischen Wettbewerb, zuletzt dreimal in Folge in der Champions League. Das kann sonst nur Bayern München von sich behaupten.

Dardai: „Uns erwartet eine international erfahrener und schneller Gegner. Das wird ein schönes, aber auch schwieriges Spiel. Wir wollen den vierten Platz verteidigen und in Leverkusen punkten.“

Leverkusen scheint momentan schwer zu stoppen. Ihr habt das registriert: sechs Siege in Folge, dabei fünf Mal zu Null. Maßgeblichen Anteil an dem Aufschwung haben die Flügelspieler Julian Brandt und Karim Bellarabi. Von 17 Treffern in den jüngsten sieben Spielen waren sie an 14 direkt beteiligt. Also: Achtung, Hertha.

Über einen weiteren Erfolgsfaktor und die vielleicht spannendste Figur bei Bayer könnt ihr am Freitag übrigens eine Geschichte in eurer Morgenpost lesen.

Mit Aggressivität und Spielkultur

Wie man so einem Gegner wie Leverkusen beikommt? Am ehesten so wie dem Branchenprimus aus München, meint Hertha-Manager Michael Preetz: mit der richtigen Körpersprache und Aggressivität.

Dardai wünscht sich zudem wieder etwas mehr Spielkultur:

„Wir müssen wieder mutiger werden und den Ball besser laufen lassen. Das habe ich zuletzt ein wenig vermisst.“

Das Minimalziel für die verbleibenden drei Spiele, sagt Dardai, seien vier Punkte. Die tatsächliche Ausbeute kennen wir am 14. Mai. Schlusswort Preetz:

„Wir werden jetzt alles geben, was drin ist im Tank. Dann sehen wir, was dabei herauskommt. Auf die bisherige Leistung können wir stolz sein.“

Am Freitag hält Hertha das Abschlusstraining ab, wie immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dafür erwarten wir den 18er-Kader.