Warten auf eine Reaktion

(mey) – Es ist schon manchmal erstaunlich, was für Dinger man in Statistiken findet: Wusstet ihr zum Beispiel, dass Hertha gegen kein Team so in Serie zu Hause verloren hat wie gegen Hannover? Die letzten drei Heimspiele gegen die Niedersachsen gingen in die Hose (0:1, 0:3, 0:2), und nicht einmal ein einziges Tor schossen die Berliner dabei. Das ist gegen keine andere Mannschaft zuvor passiert. Am Freitagabend geht es um 20.30 Uhr nun wieder gegen 96 im Olympiastadion.

Weil ihr diesen Blog aber nicht lest, um schlechte Laune zu bekommen, gibt es hier noch ein paar Löffel Zuversicht: Unter Trainer Pal Dardai hat Hertha noch keines seiner sieben Freitagsspiele verloren. Allerdings: Die bisher letzte Freitagspleite gabe es am 7. November 2014 gegen … genau, Hannover (0:2). Damals war es nicht gerade die Sternstunde von Marvin Plattenhardt. Ihr erinnert euch.

Stendels und Hertha, das passte bisher nicht

Und falls das nicht reichen sollte, damit ihr am Freitag mit richtig guter Laune das Spiel schaut, noch das: Der neue Hannover-Trainer Daniel Stendel, der am Sonntag Thomas Schaaf beerbte, spielte in seiner Profikarriere mit 96 vier Mal in der Bundesliga gegen Hertha: vier Pleiten gab’s und immer wurde der damalige Mittelfeldmann vorzeitig ausgewechselt (zwei Mal sogar schon zur Halbzeitpause). Hertha und Stendel passte bisher also eher geht so.

Stendel hat übrigens gleich mal ein bisschen Kahlschlag verursacht und zum Beispiel Hugo Almeida nicht für die Partie in Berlin nominiert. Erstaunlich finde ich das aus der Ferne, weil die Niedersachsen zuletzt überhaupt nur nach Standards trafen (drei Mal), und der Portugiese zumindest kopfballstark ist. Aber bitt’schön.

Dardai sagte über Hannover:

„Das wird ein sehr schwieriges Spiel. Mit dem neuen Trainer sind sie eine gefährliche Mannschaft. Es ist wichtig, dass wir wieder unsere Leistung abrufen und selbstbewusst auftreten.“

Skjelbred trainiert wieder mit

Normalerweise gibt es bei Hertha am Tag vor einem Bundesligaspiel immer den 18er-Kader zur Ansicht. Diesmal nicht. Und das hat einen Grund: Per Skjelbred.

Der Norweger, der sich gegen Gladbach eine Fußblessur zuzogen hatte, dass der Fuß anschwoll, trainierte am Donnerstag bei der Abschlusseinheit zwar wieder mit der Mannschaft. Doch Dardai will sehen, ob es eine negative Reaktion des Fußes auf die Belastung über Nacht gibt. Wenn nicht, spielt der Norweger. Reagiert der Fuß, wird er nicht im Kader stehen.

Deshalb, so sieht es der Ungar, macht es keinen Sinn, schon am Donnerstag einen Kader zu nominieren. Denn einen 19er-Kader zusammenzustellen, wie in der Vergangenheit schon öfter, wäre nicht zielführend: Ob Skjelbred dabei ist oder nicht, beeinflusst nämlich seine Überlegungen, wer sonst noch im Kader stehen soll.

Dardai erwartet also eine Reaktion seiner Elf nach dem 0:5 in Gladbach, wartet aber auch noch auf eine mögliche Reaktion bei Skjelbred, bis er sich festlegen will.

Angenommen, Skjelbred schafft es rechtzeitig, gehe ich von dieser Startelf aus:

—————————–Jarstein——————————

Weiser————-Stark———-Langkamp—–Plattenhardt

———————–Skjelbred—Lustenberger—————–

Haraguchi—————–Darida————————-Kalou

—————————–Ibisevic——————————–

Frage an euch: Wie würdet ihr aufstellen?

Ansonsten entlasse ich euch mit einer weiteren, erstaunlichen Statistik in den Abend: Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler steht seit auf den Tag fast genau 5 Jahren in jedem Bundesligaspiel ununterbrochen im Tor. Die Serie startete am 9. April 2011 und er kommt bisher auf 170 Einsätze. Das ist die viertlängste Serie eines Torwarts in der Bundesliga-Geschichte.