Quo vadis, Capitano?

(jl) – Neuer Rekord. Glaube ich zumindest. Kann mich in dieser Saison nicht an eine kürzere Pressekonferenz erinnern. Wer sich die Aussagen von Trainer Pal Dardai und Manager Michael Preetz vom Freitag in voller, ähm, Länge ansehen möchte: bitte sehr.


Eine Frage stand natürlich im Raum: Was passiert mit Kapitän Fabian Lustenberger? Quo vadis, Capitano? Bleibt der Schweizer auf der Bank, so wie gegen Frankfurt? Oder kehrt er am Sonntag beim Hamburger SV zurück ins Team?

Mehr Torgefahr? Oder mehr Sicherheit?

Eine klare Antwort darauf blieb aus, was man je nach Interpretationsfreude ja auch irgendwie als Antwort auslegen kann. Dem HSV wolle man nicht zu viel verraten, sagte Dardai. Verständlich. Davon abgesehen wolle das Trainerteam bei der Aufstellung auch die Stärken und Schwächen der Norddeutschen berücksichtigen.

Eine klare Schlussfolgerung ergibt sich daraus erst mal nicht. Defensiv befindet sich Hamburg bestenfalls im Liga-Mittelmaß. Das spräche für eine Aufstellung mit zwei Stürmern und ohne Lustenberger. Eine Stärke des HSV ist dafür das Konterspiel. Das könnte Lustenberger unterbinden.

Ein wenig schien Dardai schon mal vorzubauen. Lustenberger habe „immer gut gespielt“, sagte der Ungar. Wenn das nun mal nicht der Fall sei, müsse man „nicht so ein großes Theater davon machen“.

Was denkt ihr? Für welche Variante wird sich der Trainer am Sonntag entscheiden?

Vertragsverlängerung lässt auf sich warten

Weil das Thema auch in den Kommentaren aufkam: Nein, der Vertrag von Lustenberger wurde noch nicht verlängert. Woran es noch hakt, wollte Michael Preetz nicht beantworten, verwies aber auf Herthas Präsidiumssitzung am Mittwoch. Spätestens dann wird also Bewegung in die Sache kommen.

Fest steht dafür: Alexander Baumjohann und Johannes van den Bergh sind wieder einsatzfähig. Beide dürfen sich Hoffnungen auf eine Kadernominierung machen. Sebastian Langkamp und Julian Schieber sind hingegen noch nicht so weit. Frohen Mutes war Dardai natürlich trotzdem.

Dardai: „Wir haben in der Englischen Woche schon sechs Punkte geholt. Warum sollen es nicht neun werden?“

In diesem Sinne.

Sonnabend trainiert Hertha im Verborgenen – und wird sicherlich beobachten, was die Konkurrenz so treibt. Wir liefern euch an dieser Stelle den 18er-Kader.