Brooks bleibt - der Ärger auf Schalke aber auch

(mey) – Pal Dardai hat nun einen eigenen Twitteraccount – als erster Cheftrainer der Bundesliga überhaupt. Das gehört zu Herthas neuem Weg hin zu einem „Medienunternehmen“, wie Manager Michael Preetz das in unserem Interview vor zwei Wochen nannte. Ein Experte ist Dardai auf diesem Gebiet zwar nicht, wie er am Sonntag zugab. Aber so kann sich der Ungar nun jederzeit zu Wort melden, wenn ihm danach ist.

Am Sonntag war dem 39-Jährigen danach. Aber er wählte dankenswerter Weise den altmodischen Weg: über uns Journalisten. Das bestimmende Thema nach dem torlosen Remis der Berliner zum Auftakt der Hinrunde war nämlich das öffentliche Werbe von Schalke 04 um John Brooks.

Dardai brachte das ziemlich auf die Palme. Er sagte:

„Da muss ein anderer Respekt sein. Das ist nicht ganz fair.“

Dardai schimpfte noch ein bisschen weiter, und hinter der Sache stecken noch ein paar andere Aspekte. All das lest ihr in eurer Morgenpost.

Wichtig für euch ist aber schon jetzt sicher, was Manager Michael Preetz zu all dem sagt. Ich habe mit dem 48-Jährigen gesprochen. Er sagte:

„Letztlich entscheide ich das. Und ich kann einen Wechsel von John Brooks in diesem Winter definitiv ausschließen.“

Im Doppelpass hatte sich Preetz am Sonntag ähnlich geäußert. Erst recht ein Wechsel zu Schalke, sei kein Thema. FC Meineid. Ihr wisst schon.

Auf den Punkt brachte es der Schalker Blogger Torsten Wieland (Königsblog):

Ärgern über Weinzierl

Neben der Sache mit Brooks ärgerte sich Dardai noch über eine andere. Augsburgs Trainer Markus Weinzierl hatte vor der Partie ja behauptet, Hertha habe seinen Stil kopiert. Dardai sagte dazu:

„Das ist eigentlich ein Witz. Ich verstehe die Augsburger nicht. Jeder sieht, dass das zwei verschiedene Philosophien sind.“

Zum 0:0 als Start in die Rückrunde sagte Dardai, dass sein Team die Spritzigkeit und Genauigkeit im letzten Pass gefehlt habe und dass das letztlich seine Schuld sei. Fehler beim Training, meint der Ungar. Aber ihr kennt Dardai mittlerweile: Das macht er gern, um Druck von seiner Elf zu nehmen. Dardai sagte:

„Das 0:0 finde ich auch gut, weil: Hätten wir gewonnen, dann hätten wir schon wieder die Fragen nach der Champions League. Jetzt bleibt die Konzentration – alle sind fixiert auf ihre Aufgabe.“

Ich sage euch was: Hertha wird sich darauf einstellen müssen, dass in der Rückrunde viele Teams gegen die Berliner so auftreten werden wie Augsburg. Hinten drinstehen und kontern. Damit wird Dardais Elf weiter viel Ballbesitz haben, muss aber auch noch mehr Ideen entwickeln, etwas Gescheites damit anzufangen. Das wird eine der Herausforderungen der zweiten Saisonhälfte sein – und das wird schwer.

1:1 im Test gegen Braunschweig

Es gab am Sonntag noch ein Testspiel gegen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig (Foto: mey) auf dem Schenckendorffplatz für Herthas Reservisten. Es endete 1:1, nachdem Patrick Schönfeld einen von Thomas Kraft an Domi Kumbela verursachten Elfmeter verwandelte und Valentin Stocker ein schönes Zuspiel von Alexander Baumjohann veredelte.

Verpasst habt ihr nichts. Aufgedrängt hat sich keiner wirklich.

Noch zu sagen bleibt mir, dass Per Skjelbred gegen Augsburg eine Prellung am Sprunggelenk abgekriegt hat. Laut Teamarzt sollte das aber den Einsatz gegen Werder Bremen am Sonnabend nicht gefährden.

Am Montag haben die Berliner frei. Am Dienstag geht es um 14.30 Uhr weiter. Euch einen schönen Abend.