Von Spielerfrauen und Glücksspiel-Siegern

(jl) – Zur Not, sagte Pal Dardai am Sonnabend, zur Not müssten halt die Spielerfrauen mithelfen. Die Rede war vom partnerschaftlichen Weckdienst, denn: Herthas Flieger in die Türkei startet am Sonntag bereits um 6.25 Uhr. Eine Uhrzeit, die ja durchaus ein gewisses Verschlaf-Risiko birgt.

Schonung für Darida und Stocker

Am Sonnabend wurde zum vorerst letzten Mal in heimischen Gefilden trainiert. Die harten Fakten: Vladimir Darida (Knie) wurde immer noch geschont, Valentin Stocker pausierte aufgrund einer leichten Reizung an der Achillessehne. In beiden Fällen handelt es sich um Vorsichtsmaßnahmen. Die Teilnahme am Trainingslager ist nicht gefährdet.

Auch Ronny war auf dem Schenckendorffplatz nicht zu sehen. Ihr wisst: Während seine Kollegen im wohltemperierten Belek mit dem Ball arbeiten, darf der Brasilianer im kalten Berlin schuften. Vormittags steht Fitness mit Hendrik Vieth auf dem Trainingsplan, nachmittags wird sich Ronny bei der U23 einreihen.

Ob Ronny ein ähnliches Schicksal droht wie Peter Niemeyer oder Sandro Wagner, habe ich Dardai gefragt. Beide durften ja im Sommer nicht mit ins Trainingslager nach Schladming und erhielten anschließend im Training eine, nun ja, Sonderbehandlung. Ronny hingegen soll nach dem Trainingslager wieder „ganz normal“ zur Mannschaft stoßen. So er dann überhaupt noch in Berlin weilt…

Jeder Spieler bekommt seine Chance

In Belek sind bekanntlich vier Testspiele geplant. Dardais Plan: In den ersten beiden Partien gegen Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach sollen alle Akteure jeweils 45 Minuten spielen. Gegen den VfL Bochum und den FC Vaduz will der Coach dann Spieler über 90 Minuten beobachten.

Auf dem Schenckendorffplatz schaute sich Dardai das Treiben am Sonnabend noch gelassen an. Auf drei Kleinfeldern ließ er ein Turnier ausspielen. Zwei Felder waren dabei mit Handballtoren bestückt, eines mit Eishockeytoren.

Am meisten zu begeistern wusste das Team um Marius Gersbeck, John Brooks, Florian Kohls, Mitchell Weiser und Alex Baumjohann. Oben standen am Ende aber andere.

Das war etwas kurios, denn die Entscheidungen fielen am Ende mehrfach in Glücksspiel-Manier – per Schere-Stein-Papier. Wie sagt man so schön: So ist Fußball

Thomas Kraft gibt den Motzki

Auffällig: Thomas Kraft scheint wieder ganz der Alte zu sein. Als es sein Teamkollege Genki Haraguchi in der Abwehrarbeit etwas schleifen ließ, gab es jedenfalls prompt einen Anpfiff. „Ey, Genki, jetzt mach mit!!!“ Davon abgesehen scheut Kraft keinen Zweikampf mehr.

Auch Julian Schieber findet sich auf dem Platz immer besser zurecht. Das, was der Stürmer abliefert, sei „sehr ordentlich“, befand Dardai. Kapitän Fabian Lustenberger sieht es ähnlich:

„Man merkt Julian von Tag zu Tag an, dass er die Angst verliert.“

Die Physis, sie scheint inzwischen intakt. Seit dem Start der Vorbereitung hatten Dardai und sein Team ja vorwiegend auf konditionelle Inhalte gesetzt. Das wird sich nun ändern. An der türkischen Riviera rückt das Fußballspielen im Vordergrund.

Dardai: „In der ersten Woche war der Schwerpunkt, den Körper zu wecken. Jetzt sind die Spieler müde genug, aber nicht kaputt trainiert.“

Hauptsache, die Körper sind wach genug, um am Sonntag den Flieger zu erwischen.

Wünsche euch ein angenehmes Wochenende. Ab Sonntag versorgt euch dann Kollege @mey an dieser Stelle mit Infos aus Belek.