Hertha rollt für Sinan Kurt den roten Teppich aus

(jl) – Großer Bahnhof für die Hertha-Profis. Geschätzte 300 Fans empfingen die Mannschaft am Sonntag zum ersten Training des Jahres. Pal Dardai konnte sich das freudige Grinsen auf dem Weg zum Schenckendorffplatz kaum verkneifen, begrüßte die Anhängerschar mit einem knackigen „Guten Tag“ und erntete prompt Applaus. Ehre, wem Ehre gebührt.

Was es sonst zu sehen gab? Viel heißen Atem in knackiger Kälte, Kopfbedeckungen in allen erdenklichen Variationen und einen frierenden Brasilianer. Ronny trabte als letzter auf den Platz, mit fröstelnder Geste, die Hände tief in den Taschen seiner Trainingsjacke vergraben. Keine Überraschung.

Kraft, Pekarik und Stark greifen wieder an

Erwartbar auch der Personalanstieg. Peter Pekarik (Schulter) und Niklas Stark (Leiste) mischten schon wieder voll mit; Julian Schieber trainierte noch individuell, soll aber zeitnah das Teamtraining aufnehmen. Sami Allagui (Knorpelschaden im Knie) muss sich hingegen noch gedulden. Während seine Teamkollegen am 10. Januar ins Trainingslager nach Belek reisen, wird er in Berlin bleiben.

Und dann war da natürlich noch Thomas Kraft. Der Mann, der seinen Stammplatz über vier Jahre sicher hatte, kam vor allen anderen aus der Kabine. Vielleicht nur Zufall. Ich bin allerdings der Meinung: ein klares Zeichen.

Natürlich will der ehrgeizige Kraft seinen Status als Nummer eins zurückerobern. Rune Jarstein wird es ihm nicht leicht machen. Man darf gespannt sein, wie Pal Dardai dieses und weitere interne Duelle moderieren wird. Ist ja ziemliches Neuland für den Trainer. Bislang war er eher mit Personalnot konfrontiert, fand aber stets Lösungen.

Nur Euros statt Eurocup

Was denn seine Ziele und Hoffnungen für die Rückrunde seien, wurde der Coach gefragt. Das Wort „Hoffnung“ möge er nicht, sagte der Ungar mit einem Grinsen, und auch bei den Zielen ließ er sich nicht aus der Reserve locken. Das Wort „Europacup“ sei in seiner Kabinenansprache jedenfalls nicht vorgekommen.

Dardai (breit grinsend): „Das Wort Euro kam dafür aber vor. Mein Urlaub war so teuer.“

Ihr merkt: Die Atmosphäre beim ersten Training, sie war entspannt. Ein paar Passübungen, ein paar Spiele auf kleinen Feldern und große Tore, das alles unter dem Motto „Hopp, hopp, hopp – Rhythmus reinkriegen“ (Co-Trainer Rainer Widmayer).

Lobhudelei für Sinan Kurt

Ein Thema schien Dardai allerdings am Herzen zu liegen: Sinan Kurt. Angesprochen auf das 19 Jahre alte Talent vom FC Bayern, setzte der Trainer aus dem Stand zu einer mittelgroßen Lobhudelei an. Schnelligkeit, Technik, guter Schuss – so einen müsse man holen, wenn sich die Chance bietet, sagte Dardai. Manager Michael Preetz sieht es ähnlich. Mehr zu dem Thema könnt ihr am Montag in der Morgenpost lesen.

Die Hertha-Profis widmen sich am Montag der Leistungsdiagnostik. Indoor. Sprich: kein öffentliches Training auf dem Schenckendorffplatz.