Ein Auto, zwei Söhne und Trost von Monika

(mey) – Am Sonnabend, irgendwann nach 17.20 Uhr, rief Pal Dardai bei seiner Frau Monika an. „Wir haben verloren“, sagte der Berliner Cheftrainer. Sie antwortete: „Was willst du? Früher, zu deiner Zeit, konnte man die Bayern vielleicht noch schlagen. Heute ist das fast nicht mehr möglich.“ Die Anekdote hat Dardai am Sonntag erzählt.

Es gab also ein bisschen Trost für den 39-Jährigen, auch wenn er den gar nicht brauchte. Am Sonntagmorgen kam Dardai mit seinem Co-Trainer Rainer Widmayer mal wieder eine Viertelstunde vor der Zeit auf den Schenckendorffplatz zum Auslaufen und grüßte uns wartende Journalisten so:

„Mist Jungs, was? Eine Niederlage. Müssen wir jetzt erst mal verarbeiten.“

Der 39-Jährige wollte damit, glaube ich, sagen, dass eine Niederlage bei den Bayern erstens das Normalste der Welt ist und zweitens niemanden bei den Berlinern verunsichere. Ob es als Sportler nicht dennoch ziemlich unbefriedigend sei, wenn man so chancenlos ist, wurde Dardai gefragt. Er antwortete:

„Es tut schon weh. Aber um bei den Bayern etwas zu holen, musst du einen noch besseren Tag erwischen, als wir ihn hatten. Das 0:1 in der vergangenen Rückrunde hat mehr weh getan. Als Sportler tut zwar jede Niederlage weh, aber eine solche kann man schneller verarbeiten.“

Wir haben uns dennoch ein bisschen intensiver mit der Thematik beschäftigt und auch einen Ausflug zu einer anderen Sportart gewagt. Das und eine Story, die für den Verein viel, viel wichtiger ist, lest ihr morgen in eurer Morgenpost. (kleiner Cliffhanger)

Ben-Hatira schafft die Wende mit der U23

Am Sonntag spielte auch Herthas U23. Mit dabei war wieder Änis Ben-Hatira (72 Minuten lang) und schaffte mit dem Team von Trainer Ante Covic vor 325 Zuschauern bei Budissa Bautzen noch ein 3:2 im Stadion Müllerwiese (geiler Name). Dabei hatte die Berliner Elf zur Pause noch 0:2 zurückgelegen.

Ben-Hatira, der sich bei den Amateuren Spielpraxis nach seiner Verletzung holen sollte, feierte den Sieg mit seinen Kollegen –>so.

Gersbeck muss aufpassen

Im Tor der U23 stand Nils Körber. Seit zwei Partien steht der 19-Jährige auch als Nummer zwei bei den Profis auf dem Spielberichtsbogen. Das ist insofern erstaunlich, weil diese Rolle seit der Verletzung von Thomas Kraft bis dahin Marius Gersbeck einnehmen durfte. Warum hat sich das nun geändert?

Das wollte auch Gersbeck wissen. Und Dardai erklärte es uns heute so:

„Zsolt Petry (der Torwarttrainer) entscheidet das. Und er hat zu Marius gesagt: Ihr seid beide gut. Doch wenn eine Familie nur ein Auto hat aber zwei Söhne, die beide mal mit ihrer Freundin herumfahren wollen, ist es halt schwierig.“

Dardai lachte, als er die Geschichte erzählt. Aber für Gersbeck ist das eigentlich nicht zum Lachen. Wäre es wirklich so, dass beide gleichauf sind, müssten sie sich abwechseln. Und Gersbeck war ja schon mal viel weiter.

Ein kluger Kollege sagte zu mir: „Der Gersbeck muss aufpassen, dass er sein Talent nicht verschenkt.“ Und so sehe ich das auch.

Mitgliederversammlung in der Messehalle 20

Am Montag findet Herthas Mitgliederversammlung ab 19 Uhr in der Messehalle 20 (Eingang Nord, Hammarskjöldplatz) statt. Da wird neben den obligatorischen Fragen nach Motorradhelmen und Toiletten im Olympiastadion auch die Bilanz der vergangenen Saison 2014/15 erwartet.

Wir werden für euch dabei sein und wie immer einen pulitzer-preis-verdächtig-gut-geschriebenen Liveticker anbieten