Ibisevic fehlt auch gegen Hannover und Hoffenheim

(jl) – „Monday is Funday“, hat ein frühere Mitschüler von mir mal gesagt. Ich habe ihn nicht besonders gemocht, aber das tut hier ja nichts zur Sache.

Für die meisten Hertha-Profis mag das mit dem spaßigen Montag gestimmt haben. Sie durften noch einmal die müden Beine hochlegen. Für Vedad Ibisevic wurde es hingegen ernst. Der Bosnier war gemeinsam mit Vereinsjurist Thomas E. Herrich nach Frankfurt am Main gereist. Einzelrichterverfahren in der Otto-Fleck-Schneise beim DFB.

Ihr wisst: Es ging um die Nachverhandlung von Ibisevics Rotsperre. Nach seinem Foul gegen Schalkes Max Meyer war der 31-Jährige für vier Spiele gesperrt worden.

Ibisevic ist Wiederholungstäter

Die Reise nach Hessen blieb allerdings ohne Erfolg. Das Urteil aus erster Instanz wurde bestätigt.

Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts: „Mit der Bewertung des Fouls als rohes Spiel sind wir dem Spieler bereits entgegengekommen. Man hätte die Aktion auch als Tätlichkeit werten können, zumal der Ball schon weit weg war. Hinzu kommt, dass Herr Ibisevic seit dem Jahr 2010 bereits die vierte Rote Karte gesehen hat.“

In Berlin werden sie das enttäuscht zur Kenntnis genommen haben. Damit, dass Ibisevis Sperre auf zwei Spiele reduziert würde, der Stürmer also am Freitag in Hannover schon wieder spielberechtigt wäre, hatte zwar niemand gerechnet. Aber: Die Hoffnung, dass Ibisevic gegen seinen Ex-Klub Hoffenheim wieder mitwirken könnte, war durchaus vorhanden. Hertha hatte argumentiert, die Sperre für „rohes Spiel“ betrage nur drei Spiele.

Damit sind wir bei der Anzahl der derzeit verfügbaren Hertha-Stürmer: null.

Die nüchternden Fakten:

  • Julian Schieber, 26, Knorpelverletzung im Knie, seit 250 Tagen außer Gefecht
  • Sami Allagui, 29, Knorpelverletzung im Knie, seit 56 Tagen außer Gefecht
  • Salomon Kalou, 30, Kopfverletzung, seit zwei Tagen außer Gefecht
  • Vedad Ibisevic, 31, mindestens noch ein Spiel gesperrt

Stark abhängig von Ibisevic und Kalou

Wie gut (oder schlecht…) es um Salomon Kalou bestellt ist, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Ein Einsatz in Hannover ist nicht ausgeschlossen.

Ibisevic und Kalou kommen in der Liga bisher auf jeweils vier Treffer. Die restlichen sechs Tore erzielten Vladimir Darida, Fabian Lustenberger, Alex Baumjohann, Mitchell Weiser, Genki Haraguchi und Valentin Stocker. Die beiden letztgenannten wären immerhin mögliche Vertretungskandidaten im Sturm, doch die Tor-Statistik belegt recht eindrucksvoll, wie sehr Hertha auf seine Fachkräfte angewiesen ist.

Kein gutes Abschneiden bei der Fanfreundlichkeit

Eine andere Statistik, über die ich am Montag gestolpert bin, betrifft euch, die Fans. Die Agentur „PR-Marketing“ hat eine Analyse der Fan-Kosten vorgenommen. Gepackt wurde dafür ein virtuelles Fan-Paket aller Bundesligisten, bestehend aus dem aktuellen Trikot, der günstigsten Dauerkarte, einer Wurst und einem Liter Bier pro Heimspiel.

Das Ergebnis: In den vergangenen sechs Jahren seien die Fan-Kosten um gut 13 Prozent gestiegen – und damit um 65 Prozent stärker als die „normalen“ Lebenshaltungskosten. Am stärksten gestiegen sei der Preis für die Trikots (18 Prozent), gefolgt von der Wurst (17 Prozent) und dem Bier (7 Prozent). Vertiefungsliteratur findet ihr hier.

Hertha rangiert in der „Fanfreundlichkeits-Tabelle“ in der unteren Region, gemeinsam mit dem FC Bayern, dem Hamburger SV und auch Werder Bremen. Immerhin: Bei den Dauerkarten schneiden die Berliner gut ab. Was die anderen beiden Posten anbelangt – das wird in der Studie ausdrücklich betont – haben auch Ausrüster und Caterer ein Wörtchen mitzureden.

Am Dienstag trainieren die Hertha-Profis um 10 Uhr. Schauen wir uns für euch an.