Zurück in die Zukunft für Herthas Geheimwaffe

(mey) – Die Gegneranalyse findet bei Hertha BSC immer donnerstags statt. Aber Pal Dardai wusste schon am heutigen Mittwoch etwas über den FC Ingolstadt zu berichten. Nämlich, dass der Aufsteiger ein Team hat, das die Räume mächtig eng machen kann, sagte der Berliner Cheftrainer.

Hintergrund: Nur der FC Bayern (vier) hat in den ersten neun Saisonspielen weniger Gegentore kassiert, als die Schanzer (sieben). In der Bundesliga-Geschichte hat noch kein Aufsteiger nach neun Spieltagen weniger Gegentore hinnehmen müssen.

Weil das so ist, hat sich Dardai überlegt, für Herthas Auswärtspartie am Sonnabend eine Geheimwaffe zu aktivieren – Geheimwaffe A.B.:

„Wenn die Räume eng sind, ist es die Spezialität von Baumi. Er wird wahrscheinlich spielen. Gegen solche Mannschaften wie Ingolstadt kannst du nur spielerisch punkten. Ich brauche Spieler mit spielerischer Qualität. Baumi ist so einer.“

A.B., also Alexander Baumjohann, wird demzufolge am Sonnabend sein Startelfcomeback für Hertha nach seinem zweiten Kreuzbandriss geben.

Zurück in die Zukunft für Baumi also. Ich weiß. Diese Überschrift wird oft strapazierte. Aber am 21. Oktober 2015 darf man sie schon mal benutzen. Heute ist schließlich der Tag, an dem Marty McFly im zweiten Teil des Filmklassikers in der Zukunft landet.

Oder so (danke an @Freddie für den Hinweis):

Geschwindigkeit oder Torgefahr

Baumjohann wird sehr wahrscheinlich auf der Zehn hinter einer einzigen Spitze beginnen. Weil Vedad Ibisevic gesperrt fehlt, hat Dardai nur noch Salomon Kalou und Genki Haraguchi zur Ausfall für diese Position. Noch sei er nicht sicher, ob Kalou vorn und Haraguchi rechts spielen werden, oder umgekehrt, so der 39-Jährige.

Kalou ist die Variante Torgefahr: Der Ivorer hat ja zuletzt jeweils gegen Hamburg und Schalke getroffen, aber er ist nicht der schnellste. Zudem hat der 30-Jährige Probleme, wenn er allein in der Sturmspitze und oft mit dem Rücken zum Tor agieren muss.

Haraguchi ist die Variante Geschwindigkeit: Der Japaner hat schon gegen Dortmund gezeigt, dass er ein guter Konterstürmer ist. Aber er braucht noch zu viele Chancen. Und die Frage ist ja, ob Ingolstadt überhaupt das Spiel machen und Platz für Berliner Konter anbieten will. Ich denke, eher nicht.

Dardai will sich erst nach der genauen Gegneranalyse am Donnerstag entscheiden.

Skjelbred kann spielen

Hätten wir das. Kommen wir zu einem Mittelfeldspieler, der fraglich war: Per Skjelbred. Der Norweger hatte am Dienstag wegen einer Knochenhautentzündung passen müssen, die er von seiner Länderspielreise in der vergangenen Woche mitgebracht hatte. Am Mittwoch mischte Skjelbred aber wieder voll mit. Keine Spur von einer Blessur (stark, das reimt sich). Dardai sagte:

„Ich denke, dass Per spielen kann.“

Beim Training war heute außer ungemütlichem Wetter und einer Gruppe Kinder, die sich über verschossene Chance der Hertha-Profis ärgerten nicht viel zu bestaunen. Dardai setzte die Schwerpunkte auf Kraft/Ausdauer und Torschuss.

Am Donnerstag und Freitag trainieren die Berliner im Geheimen.

Ps: Noch ein kleiner Rausschmeißer für’s gute Gefühl gefällig? Bitteschön: Hertha trifft am Sonnabend erstmals in der Bundesliga auf Ingolstadt. Das ist bekannt. Aber auch das? Immer, wenn die Berliner bisher gemeinsam mit den Schanzern in einer Liga spielten, wurden sie am Ende auch Meister: 2010/11 und 2012/13. Na, ist das was? Dass beide Meistertitel in der zweiten Liga errungen wurden, könnt ihr ja unterschlagen