Lange Pause für Pekarik - Entwarnung bei Baumjohann

(jl) – „Schrecksekunde“ nennt man das wohl, was sich um 11.08 Uhr auf dem Schenckendorffplatz ereignete. Alexander Baumjohann krümmte sich vor Schmerz auf dem Rasen und schlug kurz darauf, inzwischen regungslos auf dem Rücken liegend, die Hände vors Gesicht. Die umstehenden Kollegen beugten sich besorgt über den Spielmacher. Baumjohanns Leidensgeschichte ist schließlich allen bekannt: zwei Kreuzbandrisse in zwei Jahren.

Co-Trainer Rainer Widmayer war noch vor Physio Fredi Syna zur Stelle. Der griff zu Bandage und kühlendem Schwamm. Ein paar Minuten später humpelte Baumjohann in die Kabine.

Entwarnung bei Baumjohann

Am späten Nachmittag gab Hertha Entwarnung. Donnerstag soll Baumjohann schon wieder mittrainieren.

Der 28-Jährige ist allerdings längst nicht das einzige Sorgenkind bei den Berlinern. John Brooks hat sich bekanntlich schon am Sonntag im Training der US-Nationalmannschaft verletzt. Am Dienstag flog Herthas Eigengewächs zurück nach Berlin. Der verhärtete Oberschenkel bereitet zwar nach wie vor Probleme. Ein Einsatz gegen Stuttgart ist aber nicht ausgeschlossen.

Längere Pause für Pekarik

Definitiv ausfallen wird dafür Peter Pekarik. Herthas „Mr. Zuverlässig“ verletzte sich beim 0:0 in der EM-Quali gegen die Ukraine. Der slowakische Verband verbreitete auf seinem Facebook-Profil ein recht aussagekräftiges Bild. Nämlich das hier.

Pal Dardai wird also umdenken müssen. Für Brooks, der gegen Borussia Dortmund – das Team der Stunde – die Abwehr verstärkt hatte, herrscht gegen Stuttgart weniger Bedarf als gegen den BVB. So oder so dürfte Herthas Chefcoach in der Innenverteidigung auf das eingespielte Duo Fabian Lustenberger/Sebastian Langkamp vertrauen.

Für Pekarik findet sich im Berliner Kader kaum eine Alternative. Die einzige halbwegs gelernte Kraft ist Mitchell Weiser. Im vergangenen Jahr übernahm der 21-Jährige diesen Posten beim FC Bayern für zweieinhalb Spiele. Einem wirklichen Belastungstest wurde er dabei allerdings nur selten unterzogen.

Wie lange Pekarik ausfallen wird, ist derzeit offen. Slowakische Medien berichten von drei bis sechs Wochen. Der Zeitpunkt ist jedenfalls denkbar ungünstig. In der Bundesliga stehen demnächst Englische Wochen an. Der Slowake wird wohl mindestens vier Partien verpassen.

Kalou geht auf Tuchfühlung zu Ibisevic

Zurück ins Hier und Jetzt: Auf dem Trainingsplatz tauchte am Mittwochvormittag ein neues Gesicht auf. Salomon Kalou meldete sich in Berlin zurück – und schien voller Tatendrang. Erste Amtshandlung auf dem Platz: Ein längerer Plausch mit seinem neuen Konkurrenten Vedad Ibisevic.

Kalou: „Je mehr Optionen wir haben, desto größer sind die Chancen, dass wir gut spielen. Vedad kennt die Liga, hat viele Jahre in Deutschland gespielt. Er braucht keine Eingewöhnungszeit. Aber ich denke, er braucht mehr Spielpraxis.“

Gearbeitet wurde am Mittwoch vor allem an Explosivität und dem Passspiel. Beim Vier gegen zwei mischte Dardai persönlich mit und machte seinen Spielern Beine.

Kovac als Nationaltrainer entlassen

Einer, der Dardais Einsatzeifer aus gemeinsamen Zeiten bei Hertha BSC bestens kennt, ist übrigens seinen Job los. Niko Kovac, 43, von 1991 bis 1996 und 2003 bis 2006 bei den Blau-Weißen, ist nicht länger Nationaltrainer der kroatischen Nationalmannschaft.

Am Donnerstag schließt Hertha wieder die Schranken. Dafür stehen Pal Dardai und Michael Preetz bei der Pressekonferenz Rede und Antwort. Lassen wir uns nicht entgehen.