Hosogai vor dem Absprung

(jl) – Es war schon eine recht dezimierte Truppe, die da am Dienstagvormittag auf dem Schenckendorffplatz stand. Nur 15 Feldspieler gaben sich um 10 Uhr die Ehre, später kam noch ein 16. Akteur dazu. Doch dazu später mehr.

Die erste Hertha-Meldung schwirrte schon vor dem Training durchs Netz. Ihr habt es gesehen: Florian Kohls, 20, hat einen Profi-Vertrag unterschrieben. Nach den positiven Eindrücken der Vorbereitung wenig überraschend.

Schonprogramm für Skjelbred

Etwas unerwarteter kam das, war Fitness-Trainer Henrik Kuchno den Profis abverlangte. Die Liste der Trainingsutensilien war lang: LKW-Reifen, Medizinbälle, Langhanteln und verschiedene Gummibänder wurden beackert. CrossFit war angesagt. Liegt ja grad im Trend.

Marvin Plattenhardt (Oberschenkelprellung) spulte derweil ein individuelles Programm mit Fitness-Coach Hendrik Vieth ab. Nach 35 Minuten war Schluss für den Linksverteidiger, für ihn übernahm der eingangs erwähnte Nachzügler Per Skjelbred. Auch der Norweger klagt über muskuläre Probleme im Oberschenkel. Ein Einsatz gegen Dortmund ist aber nicht gefährdet.

Ende einer vielversprechenden Liaison

Zu einem Einsatz von Hajime Hosogai in Blau-Weiß wird es hingegen nicht mehr kommen. Der Japaner fehlte beim Training am Vormittag. Trainer Pal Dardai sagte mit einem Augenzwinkern:

„Lassen wir das Thema. Es kommt sicherlich noch etwas raus, aber da muss man Michael Preetz fragen.“

Die Perspektive für den 29-Jährigen, bei Hertha längst nur noch zweite Wahl, hatte sich nach der Verpflichtung von Defensiv-Allrounder Niklas Stark nochmals verschlechtert.

UPDATE: Hosogai wird zunächst ausgeliehen. Paderborn, wie zunächst vermutet, wird es aber nicht.

Die anfangs so vielversprechende Liaison zwischen Hertha und Hosogai nimmt damit ein abruptes Ende. Was bleibt? Die Statistik von 53 Bundesligaspielen und drei Torvorlagen, eine bärenstarke Hinrunde 2013/14 und ein nachhaltiger Formverlust, den sich niemand so recht erklären konnte.

Wie bewertet ihr die Trennung von Hosogai? Überfällig? Oder hätte er in euren Augen noch eine Chance verdient gehabt?

Stark fühlt sich auf Anhieb wohl

Der Trainingsbetrieb lief natürlich auch ohne Hosogai weiter. Auf verkürztem Feld, mit ordentlich Tempo, auf zwei große Tore. Aus einem ersten Angriff im Zwei-gegen-zwei wurde beim direkten Konter ein Fünf-gegen-drei. Schnelles Umschalten war gefordert, und natürlich ein erfolgreicher Torabschluss. Letzteres gelang nur selten. Die Folge: kollektive Liegestütz. Dardai („wir sind eine Mannschaft“) und sein Trainerteam pumpten solidarisch mit.

Und der neue Mann? Hinterließ einen soliden Eindruck.

Nach seinem ersten Training mit der Mannschaft zeigte sich Niklas Stark recht angetan:

„Es fühlt sich gut an, es ist mächtig Zug drin.“

Wer unterschreibt, der bleibt

Mit rein sportlicher Beanspruchung war es am Dienstag übrigens nicht getan. Am Mittag wurden noch eifrig Autogramme geschrieben. Hinterlassenschaften für die Nachwelt – wer unterschreibt, der bleibt. Macht sich allerdings nicht von alleine.

Am Nachmittag trainieren die Berliner um 16 Uhr, am Mittwoch um 10 und 16 Uhr. Schauen wir uns für euch an.