Schulz verlässt Hertha, Weiser kehrt zurück

(mey) – Wir wussten es schon, ihr wusstet es schon, und seit Dientagnachmittag ist es auch offiziell. Nico Schulz verlässt Hertha BSC nach 15 Jahren im Klub und schließt sich Borussia Mönchengladbach an. Der Linksfuß hat am Dienstag einen Vertrag bis 2019 bei der Borussia unterschrieben. Hertha kassiert drei Millionen Euro Ablöse, ist aber an einem möglichen Weiterverkauf nicht beteiligt.

Für Hertha ist das eine schlechte und gute Nachricht zugleich: Schlecht ist es, weil die Verantwortlichen bei Schulz nicht nur eine deutliche Weiterentwicklung ausgemacht hatten und ihm noch viel zutrauten, sondern weil mit ihm auch eine Identifikationsfigur verloren geht.

Gut ist es, weil die drei Millionen Euro Ablöse ein vernünftiger Preis sind für einen Spieler, der im kommenden Sommer ablösefrei wäre und weg wollte. Mit diesem Geld lässt sich etwas anfangen.

Klar ist aber auch: Hertha sucht nun noch einen Ersatz für Schulz – ebenso wie einen Innenverteidiger und mindestens noch einen Mann für die Offensive.

Haraguchi als Beerens-Ersatz

Einer, der wie Schulz links auf der rechten Seite vorn und hinten spielen kann, ist Mitchell Weiser. Am Dienstag konnte der 21-Jährige erstmals nach seiner Innenbanddehnung im rechten Knie wieder voll mit der Mannschaft trainieren.

Das sah schon wieder ganz ordentlich aus. Das Knie hält. Drüber reden wollte der ehemalige Münchner aber nicht so gern. Er habe „keine Zeit“ rief er, als er an uns Journalisten vorbeihuschte.

Für die Partie gegen Bremen sucht Trainer Pal Dardai ja noch einen Ersatz für den gesperrten Roy Beerens. Weiser wird es aber nicht sein. Das wäre zu früh. Ich gehe stark davon aus, dass Genki Haraguchi auf rechts beginnen wird.

Allagui nimmt sich Zeit

Beim Nachmittagstraining war ziemlich viel los. Ich bin nicht gut im Schätzen, aber es waren überraschend viele Fans und Zuschauer beim Training. Kann am guten Saisonstart liegen, oder an der späten Trainingszeit.

Der früherer Hertha-Torwarttrainer Enver Maric schaute zum Beispiel vorbei und plauderte angeregt mit Thomas Kraft. Und auch Sami Allagui guckte zu. Der weiterhin verletzte Stürmer (Kreuzbandzerrung) blickte sehnsüchtig, als seine Kollegen – wie schon letzte Woche – auf Handballtore und kleinem Raum spielten. Allagui sprach danach mit Dardai, und der verriet:

„Sami plant, in der Länderspielpause Anfang September wieder einzusteigen.“

Allagui selbst sagte:

„Langsam geht es mir besser, und es sieht schon wieder gut aus. Laufen geht schon ohne Probleme. Am liebsten würde ich gleich morgen wieder ins Training einsteigen, aber ich muss mich gedulden. Ich will, dass das richtig ausheilt und ich das nicht durch die ganze Saison schleppen muss.“

Bei den drei anderen angeschlagenen Spielern sieht es wieder gut aus: Valentin Stocker (Auge), Marvin Plattenhardt (Pferdekuss) und John Brooks (ebenfalls Pferdekuss) trainierten mit. Brooks allerdings sollte noch keine Zweikämpfe führen und ging mit Fitnesscoach Henrik Kuchno laufen. Am Mittwoch soll er wieder voll trainieren.

Das war’s von uns heute – kurz und schmutzig. Am Mittwoch und Donnerstag trainieren die Herthaner hinter verschlossenen Türen.