Risiko statt Safety first

(ub) – Pal Dardai bleibt seinem Stil treu. So schreibt es der Kicker. „In jetzt 16 Begegnungen als Bundesliga-Trainer lautet sein Torverhältnis 13:14.“ Das ist, rein auf die Zahlen geschaut, korrekt. Und doch sind sie bei Hertha anderer Meinung. Der, dass Hertha in der Sommerpause durchaus an einem anderen Stil, einer anderen Spielweise gearbeitet habe.
Hintergrund: In der abgelaufenen Saison hatte keine Mannschaft so wenig Ballbesitz und eine so schlechte Passquote wie Hertha. Im Pokalspiel in Bielefeld (2:0) und in der ersten Hälfte in Augsburg (1:0) waren die taktischen Änderungen klar zu sehen, die Trainer Pal Dardai dem Team auf den Weg gegeben hat: So viel Ballbesitz wie lange nicht. In Augsburg kamen in der ersten Häflte 84 Prozent der Pässe an – das ist ein ordentlicher Wert.

Mehrere Spieler haben sich dazu geäußert, Salomon Kalou:

Als Stürmer finde ich es gut, wenn wir etwas höher stehen. Weil wir Spieler in der Offensive näher am gegnerischen Tor sind. Nur dann können solche Situationen entstehen wie die, aus der der Elfmeter entstanden ist, den wir bekommen haben.“

Roy Beerens:

Für mich ist es gut, dass wir weiter hinten rausrücken. Wir wollen uns mehr Chancen erarbeiten als im Vorjahr. Und dafür müssen wir öfter in den gegnerischen Strafraum kommen.

Kapitän Fabian Lustenberger:

Wir haben zwei mal gewonnnen, zwei mal zu Null. Das ist stark. Aber das neue System birgt mehr risiko. Diese Vertikalpässe, die wir hinten rausspielen, sind im Moment alle angekommen. Aber da wird auch mal einer abgefangen werden und wir werden uns dadurch ein Gegentor fangen. Dann wird es wichtig sein, dass wir auch unter Druck den Stil durchziehen.

Statistisch gesehen, sind zwei Pflichtspiele noch etwas wenig, um grundsätzliche Aussagen zu machen. Mich erinnert die aktuelle Lernkurve an den Sommer 2014. In jenen Monaten hatte der damalige Trainer den seinerzeit vorgenommenen Umbruch damit begründet, dass er Hertha ein anderes System, mehr auf Offenive ausgerichtet, spielen lassen wollte … mit höher Verteidigen und so.

Der Trend der Stunde

Auch, wenn die Umsetzung im vergangenen Herbst bei Hertha aus diversen Gründen gescheitert ist: Der aktuelle Trend der Liga -geht in diese Richtung: Mutig nach vorne zu Verteidigen, Angriffspressing. Das erfordert eine gutes Organisation aller Mannschaftsteile … schau’n wir mal, wie weit Hertha der Schwung des gelungenen Anfanges trägt.

Das Personal ist weitgehend gleich geblieben. Was habt Ihr ausgemacht an Änderungen beim Hertha-Jahrgang 2015/16?

Training am Dienstag, 16 Uhr, Schenckendorff-Platz – einzige öffentliche Einheit vor dem Spiel am Freitag gegen Werder Bremen.

P.S. Ein kleiner Dialog aus der Twitter-Welt: Alex Baumjohann zeigt das vor, was er regelmäßig vorzeigt: seine Adidas-Einkäufe. Was nicht jedem gefällt.