Ein Fehleinkauf - Heitinga verlässt Hertha und kehrt zu Ajax zurück

(mey) Der Wechsel ist vollzogen. Am heutigen Donnerstag hat John Heitinga den Medizincheck bei Ajax Amsterdam bestanden und im Anschluss daran einen Vertrag bis 2016 mit Option auf ein weiteres Jahr bei den Niederländern unterschrieben. Der 31-Jährige kehrt somit zu dem Klub zurück, bei dem er einst ausgebildet wurde, 18 Jahre lang spielte und 215 Partien in der Eredivisie bestritt. Hier das Beweisfoto:

Heitinga selbst twitterte das hier:
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I am happy tobepartofthe#Ajax familyagain. Fullambitionstartingmysecondperiod. #wijzijnajaxhttps://t.co/tAE7AhRsYZ

— John Heitinga(@Johnheitinga) 25. Juni 2015

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Wir haben schon vor zwei Wochen darüber berichtet. Nun ist es also offiziell. Nach nur einem Jahr verlässt Heitinga Hertha ablösefrei. Die Berliner sparen dessen Gehalt und müssen sich nun allerdings nach einem neuen Back-Up-Innenverteidiger umschauen. Dass dieser Emir Spahic sein wird, halte ich im Übrigen für sehr unwahrscheinlich.

Herbergsvater aber kein Anführer

Ich habe mehrfach mit John Heitinga in der vergangenen Saison gesprochen. Ehrlich gesagt habe ich den Mann früher einmal ziemlich bewundert. Aber auch wenn der Vize-Weltmeister von 2010 ein cooler Typ ist, der gern ein kleines Späßchen einbaut und irgendwie eine starke Ausstrahlung hat, fiel mir und eigentlich allen anderen Kollegen schnell auf, dass es für die Bundesliga nicht mehr reichten würde.

Heitinga war zu langsam, zu schlecht am Ball. Und er mied Zweikämpfe. Jos Luhukay hatte ihn eigentlich als neuen Anführer gesehen. Intern übernahm Heitinga dann auch die Rolle des Herbergsvaters, kümmerte sich um Salomon Kalou und Roy Beerens. Aber auf dem Platz zählt die eigene Leistung, um einen Anspruch als Anführer haben zu können. Und die reichte nicht.

Das Märchen vom Großverdiener

An dieser Stelle muss allerdings noch erwähnt werden, dass Heitinga selbst sich nie als der Anführer gesehen hat. Aber fest steht: Heitinga war, auch wenn er ablösefrei aus England kam, ein Fehleinkauf. Daran gibt es nichts zu rütteln.

Eine Sache aber noch, bevor wir uns nicht mehr mit dem Gestern sondern mit dem Morgen beschäftigen: Wenn nun überall geschrieben wird, dass Heitinga ein fettes Gehalt abgegriffen hätte, ist das Blödsinn. Hertha hatte mit ihm einen stark leistungsbezogenen Vertrag ausgehandelt. Das bedeutete: ein relativ niedriges Grundgehalt für Heitingas Verhältnisse, aber relativ hohe Prämien im Erfolgsfall. Da der Verteidiger aber fast nie spielte, hatte Hertha auch keine große finanzielle Belastung mit ihm.

Zwei ganze und zwei halbe Innenverteidiger

Heitinga ist nun also weg. Hertha bleiben damit für die kommende Spielzeit erst einmal John Brooks und Sebastian Langkamp als klassische Innenverteidiger. Dazu könnte auch Fabian Lustenberger wieder diese Rolle spielen. Ich habe den Kapitän in der Abwehr immer stärker gesehen als im Mittelfeld. Des Weiteren hat auch Jens Hegeler in der vergangenen Saison gezeigt, dass er, wenn irgendwo, dann dort ein Faktor sein kann.

Aber reicht das? Zwei ganze und zwei halbe Innenverteidiger? Ich denke nicht. Manager Michael Preetz wird sich auf dem Transfermarkt noch einmal umschauen. Ich erinnere mich, dass man im vergangenen Winter schon einmal an Wolfsburgs Timm Klose interessiert gewesen ist. Den halte ich für einen guten Mann. Und beim VfL droht dem Schweizer weiter die Bank.

Frage an euch: Wie würdet ihr das machen? Einen neuen Innenverteidiger holen, oder nicht? Und wenn ja, wen?

Am Sonntag um 14.30 Uhr startet Hertha auf dem Schenckendorffplatz in die Vorbereitung für die neue Saison. Ich würde an eurer Stelle am Freitag ja mal in die Morgenpost schauen. Es gibt News.