In die Suppe spucken. Zweiter Versuch

(mey) – Spaßbremse. Mir würde so ein Titel ja gut gefallen. Den meisten Profis von Hertha BSC wahrscheinlich auch. Vor einer Woche hat das nicht ganz geklappt. Den Bayern konnte man nicht die Tour vermasseln und damit die Meisterschaft hinauszögern. Aber diesmal, Freunde, diesmal soll jemandem wirklich in die Suppe gespuckt werden. Zweiter Versuch.

Lucien Favre kommt mit seiner Mannschaft von Borussia Mönchengladbach ins Berliner Olympiastadion. Ihr wisst, dass er schon einmal etwas länger als für ein Spiel da war. Zwischen 2007 und 2009 trainierte er Hertha BSC, wurde 2009 Vierter und musste wenige Monate später nach sechs Pleiten aus den ersten sieben Partien zu Saisonbeginn gehen.

Favres Rückkehr nach Berlin

In die Suppe spucken wollen die Berliner ihrem Ex-Trainer aber nicht, weil da etwa noch „hart feelings“ sind. Im Gegenteil: Die Profis, die noch da sind aus Favres Amtszeit wie Fabian Lustenberger und Sascha Burchert, haben eher gute Erinnerungen an der 57-Jährigen. Lustenberger nannte Favre mal den Trainer, der ihn am meisten geprägt habe.

Und dass auch Herthas Trainer Pal Dardai ein besonders Verhältnis zu Favre unterhält, das habe ich euch in der Sonnabend-Ausgabe der Morgenpost aufgeschrieben. –>hier gehts zum Artikel.

Aber Spaßbremsen wollen die Berliner deshalb sein, weil sie keine Lust darauf haben, dass Favre gegen seinen alten Klub ein Jubiläum feiert. Der Schweizer steht vor seinem 100. Bundesliga-Sieg (in dann 220 Spielen). Dazu sind die Borussen auf dem Weg zur direkten Champions-League-Qualifikation und wollen mit einem Sieg in Berlin Konkurrent Leverkusen um Platz drei auf Distanz halten.

Hertha aber braucht dringend noch Punkte im Abstiegskampf. Der wiedergenesener Stammtorwart Thomas Kraft sagt über die Partie gegen Borussia:

„Das wird sicher ein ganz anderes Spiel als in München. Dort haben wir es gut gemacht. Auch Gladbach hat hohe Qualität. Da kommt einiges auf uns zu. Aber wir haben uns in den letzten Wochen viel Selbstvertrauen erarbeitet. Das hilft.“

Einer muss gestrichen werden

Kraft steht wie erwartet im Kader für das Spiel. Diesmal hat Dardai 19 statt 18 Spieler nominiert. Und so sieht das Aufgebot aus:

Kader: Kraft, Burchert; Pekarik, Skjelbred, Heitinga, Ndjeng, Ben-Hatira, Kalou, Ronny, Hegeler, Stocker, Langkamp, Niemeyer, Haraguchi, Brooks, Schulz, Plattenhardt, Lustenberger, Wagner

Nicht im Kader: van den Bergh.

Verletzt: Beerens, Hosogai, Jarstein, Baumjohann, Schieber, Cigerci.

UPDATE: Dass Dardai einen Mann mehr als üblich nominiert hat, liegt nicht daran, dass einer der Profis fraglich ist. Alle sind fit und auch im Abschlusstraining am Sonnabend heil geblieben. Der Ungar will sich einfach erst am Spieltag entscheiden, wen er noch streicht.

Änis Ben-Hatira steht jedendalls wie erwartet im Kader. Dardai sagte unter der Woche, der Deutsch-Tunesier könne maximal eine Halbzeit spielen. Deshalb gehe ich von dieser Startaufstellung aus:

————————-Kraft————————–

Pekarik—-Langkamp—-Brooks——-Plattenhardt

————–Skjelbred—-Lustenberger————–

Haraguchi————Stocker—————–Schulz

————————-Kalou————————–

Frage an euch: Wie würdet ihr aufstellen?

Und noch was für den Stammtisch: Gladbach hat zwar seit zehn Partien nicht mehr verloren in der Bundesliga. Aber nur fünf der letzten 26 Spiele in Berlin konnte die Borussia gewinnen.

Euch viel Spaß beim Spiel morgen. Hertha erwartet übrigens mehr als 50.000 Zuschauer – 8.000 davon soll Gladbach mitbringen.

Ps:
Noch etwas aus der Kategorie „Irren ist menschlich“ oder „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“. Als Herthas Medienabteilung vorhin bei Twitter den Kader für das Spiel veröffentlichte, hatte sich da ein kleiner aber entscheidender Fehler eingeschlichen. Aber seht selbst:

Ja genau. Statt Pal Dardai stand da plötzlich wieder Jos Luhukay. Bei Hertha bemerkten sie es, behoben den Fauxpas und schrieben später auf Twitter: