Dummys, Dropkicks und ein Eiertanz – Beerens fraglich, Hegeler pausiert

(jl) – Am Dienstag berichtete ich noch über die hervorragende Stimmung auf dem Schenckendorffplatz. Am Mittwochvormittag hielt sich die ein wenig in Grenzen – zumindest bei einem Hertha-Profi. Torwart Thomas Kraft kam beim abschließenden Neun gegen Neun richtig in Fahrt und motzte in absoluter Topform.

So sahen die Teams aus, die sich auf halbem Feld gegenüberstanden.

Blau: Jarstein – Pekarik, Langkamp, Brooks, Plattenhardt – Ndjeng, Lustenberger, van den Bergh – Wagner.

Rot: Kraft – Haraguchi, Heitinga, Schulz – Skjelbred, Burchert – Ronny, Stocker, Kalou.

Nach den einleitenden Sätzen bedarf es nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, welche Mannschaft den Kürzeren zog. Quasi mit dem ersten Angriff drosch Marvin Plattenhardt den Ball mit Nachdruck in die Maschen.

Kraft:“ Männer, habt ihr Angst, oder was? Das ist hier kein Eiertanz!!!“

Die umstehenden Trainingskiebitze hatten ihre helle Freude an Krafts Auslassungen, seine Teamkollegen ertrugen sie mit Fassung.

Szenenapplaus für Ronny

Kurz nach Plattenhardts Hammer gab es noch ein weiteres sehenswertes Tor zu bestaunen. Ronny, seit Montag wieder im Mannschaftstraining, verarbeitete eine Flanke per Direktabnahme. Sekundenbruchteile schepperte es am Innenpfosten, von dort sprang das Spielgerät ins Netz. Jubel allenthalben. Der Brasilianer schien ist es zu genießen – er drehte sich mehrfach um die eigene Achse und winkte in Richtung der imaginären Tribünen.

Widmayer fordert mehr Tempo

Zuvor hatten die Berliner unter Anleitung von Co-Trainer Rainer Widmayer an ihrem Spielaufbau gearbeitet. Als „Gegner“ fungierten elf Pappkameraden.

Das sah oftmals ganz gefällig aus. Verschiedene Varianten wurden im Aufbauspiel ausprobiert. Auffällig häufig: lange Diagonalbälle der beiden Innenverteidiger John Brooks und Sebastian Langkamp.

Verbesserungspotenzial sah Widmayer natürlich trotzdem.

Widmayer: „In dem Moment, in dem wir uns entscheiden für Aktionen nach vorne, da brauchen wir mehr Tempo!“

Ein Trio übt Standards

Drei Hertha-Profis legten nach der 90-minütigen Einheit noch eine Extraschicht ein. Genki Haraguchi, Marvin Plattenhardt und Marcel Ndjeng übten – mit leerem Tor und Dummy-Mauer – Freistöße. Zur Erinnerung: Fünf von zehn Toren unter Dardai fielen nach ruhenden Bällen. Und Ndjeng hat ja schließlich schon im Hinspiel in Köln zum 2:1-Endstand getroffen. Auch per Freistoß, wenngleich mit gnädiger Mithilfe der Kölner.

Schlechte Aussichten bei Beerens – Pause für Hegeler

Nicht auf dem Platz stand (erwartungsgemäß) Roy Beerens. Zudem fehlten auch Peter Niemeyer und Jens Hegeler.

Dardai: „Bei Roy müssen wir weiter abwarten, aber es sieht nicht gut aus.“

Als Ersatz könnte Marcel Ndjeng einspringen. Die Alternative hat Kollege @mey schon skizziert: Da Plattenhardt wieder fit ist, könnte Nico Schulz aus der Abwehr ins linke Mittelfeld rücken, Haraguchi würde dafür auf die rechte Außenbahn wandern.

Dardai: „Die Rückenprobleme von Peter Niemeyer sind nicht ganz so ernst. Und Jens macht einen Tag etwas locker, ihm tut die Wade weh.“

Scheinbar das Resultat der intensiven Belastung am Dienstag. Und auch der angespannten Personalsituation.

Dardai: „Die Einheit am Dienstag war sehr intensiv. Besonders, wenn man nur eine kleine Gruppe hat, muss man aufpassen, dass es nicht zu intensiv wird.“

Ab Donnerstag zieht Hertha am Trainingsplatz die Vorhänge zu. Dafür gibt es die Pressekonferenz. Mit Pal Dardai und Michael Preetz. Und mit uns.