Die fabelhafte Freizeitgestaltung des Pal Dardai

(jl) – Gemischte Gefühle auf dem Olympiagelände. Waren zwar keine Unmengen an Hertha-Fans, die ihren Helden am Samstagvormittag beim Auslaufen zuschauen wollten, aber diejenigen, die den Weg auf sich genommen hatten, machten schon bald lange Gesichter. Schenckendorffplatz, 11 Uhr: kein Hertha-Profi weit und breit. Den Grund seht ihr hier:

Die Erklärungen des Sportkameraden John Heitinga sprechen für sich. Handelte sich keineswegs um eine Strafmaßnahme (gab ja auch keinen Grund dafür), sondern sollte vielmehr die Freizeit der Spieler erhöhen. Also drehte das Team gut 25 Minuten seine Runden unter dem Licht der Straßenlaternen.

Dardai: „Zur Not hätte ich auch das Licht im Amateurstadion anmachen können. Ich habe einen Schlüssel, schließlich bin ich Nachwuchstrainer.“

Fußball, Fußball, Fußball

Richtig kombiniert: Wenigstens Trainer Pal Dardai war am Samstagvormittag zugegen. Und der Ungar zeigte sich, anders als die etwas enttäuschten Fans, in bester Laune.

Sonnenschein, grüner Rasen, dazu ein U13-Turnier auf dem Gelände – was wolle man mehr, fragte Dardai mit einem breiten Grinsen in die Runde. Kaum geschlafen, endlich mal ein längeres Wochenende, und trotzdem geht der Mann zur (U13!!!)-Fußlümmelei. Fußballverrückt, sagt man da wohl.

Herthaner hadern nicht

Noch ein paar Impressionen vom Freitagabend: Die Berliner wirkten in der Mixed-Zone ganz schön ausgelaugt. Glücklich zwar, aber auch sehr erschöpft. Es sei eine kurze Woche gewesen, meinte Fabian Lustenberger, der sich auswechseln ließ, weil er „nicht mehr hinterhergekommen“ sei.

In die Diskussion um die vermeintlichen Elfmeter wollte kein Herthaner so richtig einsteigen.

Per Skjelbred: „Das war eine 50/50-Entscheidung. Ich finde es grundsätzlich ok, dass der Schiedsrichter eher großzügig gepfiffen hat.“

Ob die Statements in eine ähnliche Richtung gegangen wären, wenn den Berliner nicht noch der Ausgleich gelungen wäre? Man darf seine Zweifel haben. So aber konnten sie bei Hertha prima mit den Entscheidungen und dem Ergebnis leben.

Lustenberger: „Nach dem Spielverlauf fühlt es sich an wie ein gewonnener Punkt, nicht wie zwei verlorene.“
Wie der Mann des Spiels, Torschütze Valentin Stocker, gefeiert wurde, lest ihr in unserem Text zum Spiel. Der Schweizer gab sich gewohnt demütig – nicht nur nach dem Spiel in der Arena, sondern auch im Netz.

Kalou und Beerens angeschlagen

Nicht vorenthalten möchte ich euch, dass sich Salomon Kalou und Roy Beerens in Hannover leichte Blessuren zugezogen haben. Eine genaue Diagnose liegt noch nicht vor, beide Spieler bekommen in den kommenden Tagen Behandlung/Pflege.

Und, für die Statistik-Füchse unter euch: Auch, wenn es eine etwas wohlwollende Interpretation verlangt, war Stockers zweiter Treffer für Hertha das Resultat eines ruhenden Balls. Unter Pal Dardai sind somit fünf von zehn Toren nach Ecken, Einwürfen oder Freistößen gefallen. Herthas derzeitiges Ideal: Standards.

Natürlich soll es dabei nicht bleiben. Dardai will die Spielkultur seiner Mannschaft Schritt für Schritt verbessern. Fabian Lustenberger ist guter Dinge, dass das klappt.

„Wenn wir defensiv gut stehen, kommt das Fußballspielen von ganz alleine.“

Vielleicht ja schon am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen den 1. FC Köln.

Sonntag dürfen die Herthaner die Beine hochlegen. Das nächste Training findet am Montag um 15 Uhr statt. Was es dann Neues gibt, erfahrt ihr: hier.