Skjelbred meldet sich fit – Ben-Hatira sorgt für Diskussionen im Netz

(jl) – Schöne neue Social-Media-Welt. Dank Twitter, Instagram und Co. ist der geneigte Fußballfan so nah dran an seinen Heroen wie nie zuvor. Hängt natürlich vom individuellen Mitteilungsbedürfnis des jeweiligen Protagonisten ab. Der eine (Beispiel Salomon Kalou) bildet von Friseurbesuch bis Yoga-Session sein halbes Leben ab – andere (Beispiel Thomas Kraft) halten sich komplett bedeckt. Wie man als Fan dazu steht? Ansichtssache.

Fakt ist: Die sozialen Medien bieten den Profis auch eine Plattform für Fehltritte. Italiens Enfant terrible Mario Balotelli veröffentlichte Ende 2014 auf seinem Instagram-Account ein Bild, das – vorsichtig ausgedrückt – nicht gerade als Musterbeispiel für political correctness taugte. Vom englischen Verband wurde Balotelli daraufhin ein Spiel gesperrt und zu einer saftigen Geldstrafe verdonnert.

Heikler Instagram-Post

Zu Social-Media-Fauxpas ist es aber auch schon auf deutlich kleinerer Bühne gekommen. Unvergessen: der Nürnberger Robert Mak. Der schoss via Twitter gegen seinen damaligen Coach Dieter Hecking. „Fußball ist so eine verschissene Politik! Ich hasse es! Verdammter Trainer!“ Die Folge: 20.000 Euro Strafe und eine Strafversetzung zu den Amateuren.

Warum ich das erzähle? Darum.

Änis Ben-Hatira, von Hertha-Coach Pal Dardai am Donnerstag vor versammelter Journalistenrunde angezählt, meldete sich am Sonnabend via Instagram zu Wort. Über Ben-Hatiras Entscheidung, gegen Dardais Rat zur tunesischen Nationalmannschaft zu reisen, lässt sich trefflich diskutieren. Darüber, an wen sich Ben-Hatira mit seiner Botschaft richtet, ebenso (s. Kommentare neben dem Bild).

Wahrscheinlich an die breite Öffentlichkeit. Der Interpretationsspielraum lässt es aber auch zu, dass der Adressat Pal Dardai heißt. Selbst, wenn sich das Statement nicht an den Trainer richtet: Konfliktpotenzial birgt es allemal. Man darf gespannt sein, wie die Aussprache zwischen Ben-Hatira und Dardai nach dem Paderborn-Spiel verläuft.

Frage an euch: Wie bewertet ihr Ben-Hatiras Posting?

Skjelbred im Kader

Zu den wesentlichen Dingen. Diese 18 Spieler hat Pal Dardai für das Heimspiel gegen Paderborn am Sonntag (17.30 Uhr) nominiert.

Kader: Kraft, Burchert – Pekarik, Heitinga, Langkamp, Plattenhardt, Brooks, Schulz – Lustenberger, Ndjeng, Skjelbred, Hegeler, Stocker, Niemeyer, Haraguchi, Beerens – Kalou, Wagner.

Nicht im Kader: Jarstein, van den Bergh.

Verletzt: Hosogai, Ben-Hatira, Baumjohann, Ronny, Schieber, Cigerci

Haraguchi übt das Toreschießen

Keine großen Überraschungen. Per Skjelbred hat sich erwartungsgemäß fit gemeldet. Dafür fällt Hajime Hosogai mit Fußproblemen aus. Für Hertha kein allzu schmerzlicher Verlust. Seinen letzten Einsatz hatte der Japaner bekanntlich am 21. Spieltag.

Für den verletzten Ben-Hatira stehen die Ersatzkandidaten Nico Schulz und Genki Haraguchi bereit. Dardai hat bereits angekündigt, dass er auf die offensivere Variante mit dem Japaner setzten möchte. Der übte am Donnerstag in einer Extraschicht nach dem Vormittagstraining noch Torschüsse.

Dardai: „Wenn er am Sonntag das Siegtor schießt – prima!“

Taktisch dürften die Berliner so ins Rennen gehen:

– – – – – – – – Kraft – – – – – – – – –

Pekarik – Langkamp – Brooks – Plattenhardt

– – – –Lustenberger – Skjelbred – – – –

Beerens – – – Stocker – – – Haraguchi

– – – – – – – –Kalou – – – – – – – –

Dettmar Cramer und Hertha: Eine merkwürdige Liaison

Abschließend: Ehre, wem Ehre gebührt. Am Sonnabend feiert einer der großen deutschen Fußballpioniere seinen 90. Geburtstag.

Zur Saison 1974/75 hatte der Fußballlehrer bei Hertha BSC angeheuert, Berlin aber bereits nach dem ersten Training wieder den Rücken gekehrt. Cramer wollte nicht mit dem im Zuge des Bundesligaskandals gesperrten Wolfgang Holst zusammenarbeiten. Weil der aber die Pressekonferenz leiten wollte, auf der der neue Trainer offiziell vorgestellt werden sollte, trat Cramer kurzerhand zurück.

Ein zwar schon fünf Jahre altes, deshalb aber nicht weniger lesenswertes Interview mit Dettmar Cramer findet ihr hier. „Einfachheit gewinnt Spiele“, sagt der Altmeister darin. Eine Devise, die momentan ja auch auf Hertha zutrifft.

Am Sonntag (17.30 Uhr) wird es also ernst für die Berliner. Wir melden uns mit einem Liveticker aus dem Olympiastadion.