Mauerspechte und Schiebchen

(mey) – Es war ein turbulenter Tag bei Hertha. Es gab da diese Aufregung um einen TV-Beitrag des RBB mit Herthas Stürmer Salomon Kalou. Ihr habt das sicher schon mitbekommen. Auch, dass es sich nicht, wie fälschlich berichtet wurde, um einen Beitrag handelte, der am vergangenen Sonnabend vor dem Schalke-Spiel gezeigt wurde, sondern um einen aus dem vergangenen Jahr.

„#mauergate“, „Mauerspecht“, „behämmerte Aktion“. Viele haben dazu bereits eine Meinung gehabt. Was aber die Beteiligten dazu sagen, und was nun folgen wird, lest ihr – hier

Das Geburtstagskind läuft mit

Kommen wir zu den sportlichen Belangen und beginnen, weil es sich so gehört, mit einem kleinen Glückwunsch: Herthas Trainer Pal Dardai feierte am Montag seinen 39. Geburtstag. Von seiner Mannschaft bekam der Ungar beim Nachmittagstraining Applaus. Zweimal sogar. Und als Geschenk musste Dardai bei den Aufwärmübungen mitlaufen. Später sagte er grinsend:

„Dann kann ich morgen mehr essen.“

An Dardais Ehrentag lag es aber nicht, dass bei Herthas erster Trainingseinheit der Woche vor dem wichtigen Auswärtsspiel gegen den HSV am Freitag nur ein „Schiebchen“ stattfand und nach 60 Minuten Schluss war.

Der Trainer hatte sich ein kleines Turnier ausgedacht: Drei gegen Drei auf kleine Tore, insgesamt vier Spielfelder. Es ging um „Champions League“ oder „Abstieg in die Oberliga“.

Am Ende gewannen interessanterweise die beiden Team mit den beiden Torhütern Sascha Burchert (mit Jens Hegeler und Peter Pekarik) und Thomas Kraft (mit Sebastian Langkamp und Genki Haraguchi), die ja nicht die allerbesten Techniker auf kleinem Raum sind. Es wurde viel gelacht und zum Schluss posierten die Gewinner für das Siegerfoto.

Dardai erklärte den Hintergrund der Einheit:

„Die Müdigkeit vom Schalke-Spiel war noch in den Beinen der Spieler. Ich wollte ihnen da nicht mit irgendwelchen Übungen kommen, sondern eine kurze, intensive Einheit abhalten, bei der die Jungs Spaß haben, um den Kopf frei zu kriegen, und dennoch hart arbeiten.“

Lustenberger fehlt, Jarstein ist zurück

Fabian Lustenberger war nicht dabei. Der Schweizer fuhr gerade vom Hof, als die Einheit begann. Nach seiner Blessur aus dem Schalke-Spiel soll er aber am Dienstag wieder ins Training einsteigen. „Das ist der Plan“, sagte Dardai.

Erstmals nach seinem Fingerbruch aber stand Ersatzkeeper Rune Jarstein wieder auf dem Trainingsplatz. Während seine Kollegen das Oben und das Unten im Turnier ausspielten, arbeitete er mit Torwarttrainer Richard Golz.

Japanische Extraschichten

Als nach 60 Minuten Schluss war, schnürrten sich Genki Haraguchi und Hajime Hosogai noch die Pulsuhren um, und absolvierten Steigerungsläufe mit Fitnesscoach Hendrik Vieth.

Das aber war kein Straftraining, oder Derartiges, sagte Dardai:

„Sie haben das von sich aus gemacht. Sie sind ja beide schon gute Läufer.“

Morgen trainiert Hertha zwei Mal: um 10 und um 15 Uhr auf dem Schencke.

Ps: Und dann wurden am Montag auch die Termine für die Herthaspiele von Mitte April bis Anfang Mai bekannt gegeben: