Cigerci, Ben-Hatira und Dardais unerfüllter Wunsch

(jl) – Pickepackevoll war es am Mittwoch auf dem Schenckendorffplatz. Die Gründe dafür: Etliche „Pappkameraden“, die die Trainer Pal Dardai und Rainer Widmayer aufgestellt hatten. Und: Diverse Trainingsrückkehrer.

Wie ihr seht: Tolga Cigerci absolvierte nach einer gefühlten Ewigkeit wieder eine Übungseinheit mit der Mannschaft. Die konditionellen Defizite des 22 Jahre alten Mittelfeldspielers waren dabei nicht zu übersehen. Wenig verwunderlich nach sieben Monaten Verletzungspause.

Deutlich erkennbar war aber auch: Cigerci ist noch immer ein hervorragender Fußballer. Bei allen Übungsformen setzte der gebürtige Niedersachse Akzente.

Ruhe bewahren und dem Pressing trotzen

Dardai und Widmayer hatten den Trainingsplatz am Mittwochvormittag auf Höhe der Mittelinie geteilt.

Der Chef-Coach nahm zunächst diese zehn Spieler unter seine Fittiche:

Rot: Ndjeng, Heitinga, Langkamp, van den Bergh – Ronny, Cigerci.

Blau: Brooks, Hegeler, Ben-Hatira, Haraguchi.

In dieser Form übte sich das blaue Team im Pressing, für die Roten ging es hingegen darum, den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen. Dardai griff relativ häufig ein – und forderte vor allem eins:

„Ruhig bleiben!“

Dass damit nicht die Kommunikation gemeint war, könnt ihr euch denken. Einer, der diese Vorgabe besser erfüllte als die meisten seiner Kollegen, war – ihr ahnt es – Tolga Cigerci.

Das Wunsch vom Toreschießen

Auf der anderen Seite des Platzes führte Widmayer das Kommando. Hier lag das Augenmerk auf schnellem Kombinationsspiel, neudeutsch: „One-Touch-Fußball“. Die eingangs erwähnten „Pappkameraden“ dienten dabei als Hindernisse.

Mit dabei: Die Duos Skjelbred/Lustenberger und Niemeyer/Hosogai (zentral-defensiv), Plattenhardt/Schulz (links), Pekarik/Beerens (rechts) sowie Wagner, Schieber, Kalou und Stocker (zentral-offensiv).

Dardai hatte sich zum Wochenstart gewünscht, dass seine Spieler im Training viele Tore schießen. Was soll ich euch sagen? Es sollte ein Wunsch bleiben. Etliche Male gelangen zwar die Kombinationen, im Abschluss scheiterten die Hertha-Profis jedoch entweder am Torwart oder an sich selbst. Widmayer war, nun ja, „not amused“.

„Das ist zu ungenau! Das ist scheiße! Macht Tore, Jungs!“

Später absolvierten auch Cigerci und Konsorten diese Übungsform. Der Trainingsrückkehrer agierte dabei auf dem rechten Flügel.

Widmayer: „Schlag die Bälle so de-Bruyne-mäßig, flach und scharf. Diese klaren Bälle sind gut, das kannst du genauso gut wie er.“

Eine Frage der Zeit

Wie es um Cigercis Comebackpläne bestellt ist, lest ihr morgen in der Morgenpost. Nur so viel: Andere Kandidaten sind wesentlich weiter.

Marvin Plattenhardt trainierte am Mittwoch ohne Beschwerden, bei Thomas Kraft war von muskulären Problemen nichts mehr zu sehen.

Auch Ben-Hatira kehrt ins Training zurück

Änis Ben-Hatira nahm ebenfalls wieder das Teamtraining auf. Zur Erinnerung: Im letzten Spiel der Hinrunde hatte sich der 26-Jährige einen Zehenverletzung zugezogen. Verpasster Africa-Cup, verpasste Wintervorbereitung – ihr wisst Bescheid.

Wie er sich nach dem Training fühlte? Ich kann es euch leider nicht sagen, Ben-Hatira stapfte in seinem typischen Straßenkämpfer-Habitus an uns Journalisten vorbei. Dafür postete er aber ein putziges Bild aus längst vergangenen Zeiten:

Einer der Hashtags: Nichts ist unmöglich.

In diesem Sinne.

Ah, nicht zu vergessen: Bernd Storck (seinerzeit Co-Trainer unter Hertha-Coach Jürgen Röber) war heute als Zaungast beim Training.

Update: Julian Schieber hat das Nachmittagstraining wegen Knieproblemen vorzeitig abgebrochen. Eine MRT-Untersuchung zeigte aber keine Auffälligkeiten.

Morgen wird bei Hertha hinter verschlossenen Türen trainiert. Dafür wird euch Kollege @mey aber mit brandheißen News von der Pressekonferenz versorgen.