UPDATE – Logbuch Belek Tag 2: Umzug und Transfergerüchte

(mey) – Tag zwei im anatolischen Trainingslager von Hertha BSC begann am Montagmorgen für uns Journalisten mit einer Wanderung. Die Berliner haben sich entschieden, nicht mehr das Trainingsgelände direkt neben dem Teamhotel für die Einheiten zu nutzen, sondern auf den knapp 15 Gehminuten entfernten neu gebauten Rasenplatz des Resorts. Die Mannschaft musste natürlich nicht laufen, sondern wurde kutschiert.

Ein schiefes Fußballtor

Jos Luhukay störte die Baustelle am Hotelgelände. „Durch die ständigen LKW war es mir da einfach zu unruhig“, sagte Luhukay. Fortan werden die Berliner also immer im „Cornelia Sport Center“ trainieren und auch ihre beiden Testspiele dort absolvieren.

Der neue Platz kann sich zwar ebenfalls sehen lassen, aber eines der Tore ist leicht schief. Fachkundige Kollegen schätzen einen Höhenunterschied von 6 cm. Wisst ihr das auch.

Fokus Spielkultur

Bei der ersten von zwei Einheiten legte Luhukay den Fokus erneut auf das Zusammenspiel. Erst wurden Passstafetten geprobt. Dabei ging es vornehmlich darum, erstens Passsicherheit zu haben und zweitens sich vom Gegenspieler (durch „Steckmännchen“, wie Luhukay das nannte, markiert) zu lösen.

So energisch wie am Sonntag zeigte sich der Niederländer auch am Montag wieder. Er sprach seine Spieler immer wieder direkt an, wenn ihm deren Ausführung nicht gefiel. Niemand sollte sich gedanklich ausruhen. Lukukay rief: „Ich will Tempo sehen. Handlungsschnelligkeit und Konzentration. Bleibt immer wieder in Bewegung!“

Darum ging es auch beim Torabschlusstraining, als drei Angreifer die Überzahlsituation gegen zwei Verteidiger klug und zielstrebig ausspielen sollten.

Beim abschließenden Spiel Fünf gegen Fünf auf halbem Spielfeld wurde alles noch einmal zusammengeführt. Auffällig ist, dass dabei bisher in Belek kaum Tore fallen.

Nach der Trainingseinheit sagte Luhukay:

„Wir haben in allen Belangen noch Steigerungspotenzial und ich hoffe, dass wir uns hier weiterentwickeln werden.“

Beobachten der Marktlage

Es wurde in den letzten Tagen viel über einen möglichen Neuzugang in diesem Winter spekuliert. Vor allem im Kreativbereich ist ja noch Bedarf. Transferphasen bringen es nun mal auch mit sich, dass immer wieder neuen Namen ins Gespräch gebracht werden. Ich kann euch noch nicht sagen, ob ein Neuer kommt und wenn, wer dies dann sein wird. Aber ich kann mit Gerüchten aufräumen:

Zur einem möglichen Neuzugang in diesem Winter sagte Luhukay:

„Die Kaderplanung ist noch offen. Wir beobachten den Markt, aber wir beobachten auch unsere Mannschaft jeden Tag intensiv im Training.“

Das ist ebenso pädagogisch gemeint, denn es bedeutet auch, dass niemand geholt werden muss, wenn sich Spieler aus dem bestehenden Kader für die Rolle im Mittelfeld anböten.

Und nebenan ein alter Bekannter

Der Umzug auf den neuen Rasen hatte übrigens noch einen netten Nebeneffekt: Denn neben dem Hertha-Platz trainierte zur selben Zeit Viktoria Pilsen aus der Tschechei. Und – ihr erinnert euch – da spielt ein ehemaliger Herthaner: Roman Hubnik.

UPDATE: Luhukay rennt

Als das Nachmittagstraining nach 60 Minuten beendet und wir zurück ins Hotel marschierte, überholte uns eine Joggergruppe: Jos Luhukay und seine beiden Co-Trainer Markus Gellhaus und Rob Reekers liefen vom Trainingsgelände die knapp zwei Kilometer zurück ins Teamhotel und unterhielten sich dabei angeregt. Gesundheitlich scheint es bei ihm aufwärts zu gehen.

Zuvor übte Luhukay mit seiner Mannschaft erneut Pässe, Torabschluss und Abwehrarbeit.

Skjelbred wird geschont

Einer fehlte aber dabei: Per Skjelbred blieb im Hotel. Man nennt das heute wohl „individuelle Trainingssteuerung“. Der Norweger sollte wegen seiner Wadenprobleme nicht überbelastet werden.

Morgen geht es um 10 Uhr auf dem neuen Trainingsgelände weiter mit der nächsten Einheit. Um 17.15 Uhr testet Hertha auf eben jenem Platz gegen den Dritten der Schweizer Liga, Young Boys Bern, für den Ernstfall.

Das war’s von Tag zwei in Belek. Gehabt euch wohl und einen guten Abend. iyi akşamlar!