Ein Problem namens Kalou

(mey) – Salomon Kalou ist ein Problem für Hertha. Aktuell sitzt der Ivorer zu Spielbeginn nur auf der Bank. Das erzeugt Reibungspotenzial, weil ein Trainer in Erklärungsnot kommt, wenn er seine Stars nicht einsetzt, die Erfolge aber ausbleiben. Auch gegen Borussia Dortmund am Sonnabend wird Kalou wieder nicht von Beginn an spielen. Julian Schieber darf gegen seinen Ex-Klub beginnen. Aber warum eigentlich? Ich habe heute versucht, Luhukay zu verstehen und ein Stück darüber geschrieben. Ihr findet es morgen in eurer Morgenpost.

Frage an euch: Wie beurteilt ihr Luhukays aktuelle Entscheidung gegen Kalou und für Schieber? Könnt ihr das verstehen? Oder haltet ihr das für falsch?

Bisher hat sich Kalou nicht öffentlich darüber beschwert, dass er auf der Bank sitzt. So, wie ich ihn in den letzten Wochen kennengelernt habe, ist das auch nicht zu erwarten. Aber das braucht es auch nicht, damit diese Personalie für Ärger sorgt bei Hertha. Solange Hertha offensiv so harmlos auftritt wie zuletzt in Gladbach und keine Punkte einfährt, werden Fragen nach Kalou aufkommen – und auch Zweifel an Luhukay.

Auf Mission in Äquatorialguinea

Aber mit Kalou bekommt Hertha darüber hinaus noch ein anderes Problem. Der Angreifer hat sich mit seiner Nationalelf für den Afrika-Cup qualifiziert. Der findet vom 17. Januar bis zum 8. Februar in Äquatorialguinea statt. Damit wird Kalou nicht nur die Vorbereitung auf den Start der Rückrunde verpassen – Hertha beginnt am 5. Januar und reist dann am 18. Januar ins Trainingslager nach Belek. Kalou wird, wenn es dumm läuft, darüber hinaus auch die ersten drei Rückrunden-Partien gegen Bremen (01.02.), Leverkusen (04.02.) und Mainz (07.02.) in der englischen Woche fehlen – je nachdem, wie lange sein Team im Wettbewerb bleibt.

Bei Hertha sagen sie, dass man gewusst habe, dass Kalou im Januar möglicherweise weg sein würde, als man ihn im August verpflichtete. Luhukay und er haben sich explizit auch darüber unterhalten. Bitter ist es für den Klub trotzdem – zumal, wenn man, das könnte so kommen, auf einem Abstiegsrang überwintert und einen guten Start in die Rückrunde umso dringender benötigt.

Hosogai und Haraguchi stehen im vorläufigen Kader für den Asien-Cup

Gefallen kann Hertha das also nicht, auch dann nicht, wenn Kalou an seinem Reservistendasein vorerst nichts ändert. Ebenso wenig wird das hier Hertha glücklich machen: Heute wurde das vorläufige Aufgebot der japanischen Nationalmannschaft für den Asien-Cup in Australien (vom 9. bis zum 31. Januar) bekannt gegeben. Da stehen noch knapp 60 Namen drauf. Unter ihnen: Hajime Hosogai und Genki Haraguchi. Klar, noch ist nicht sicher, ob beide tatsächlich abgestellt werden müssen. Doch es ist nunmehr wahrscheinlicher geworden.

Damit würden Hertha in der Wintervorbereitung drei Spieler fehlen. Und sie würden mit einem Turnier in den Beinen zurückkehren, was für die Aufgaben bis Mai auch nicht so schön ist aus Berliner Sicht.

Morgen trainieren die Berliner um 10 Uhr auf dem Schenckendorffplatz. Wir schauen uns das für euch genau an und berichten, wie Hertha sich für das Spiel gegen Dortmund rüstet.