Torlinientechnik kommt 2015 mit Hilfe von Hertha

(ub) – Kurz war sie, die Pressekonferenz zum anstehenden Bundesliga-Spiel von Hertha BSC gegen Borussia Mönchengladbach. Keine neun Minuten saßen Trainer Jos Luhukay und Manager Michael Preetz auf dem Podium, dann war alles vorbei.

Hawk Eye wacht über die Torlinien der Bundesliga

Das Thema am Nachmittag war die Entscheidung der Deutschen Fußball-Liga zum Thema Torlinien-Technologie.

Die Stichworte dazu:

  • Mit 15:3-Stimmen haben die 18 Erstligisten ein überraschend klares Votum für die Einführung der Technik abgegeben.
  • Hertha BSC hat hat seiner Nein-Stimme im März zu dieser Frage diesmal mit Ja gestimmt (Erklärung siehe unten).
  • Die DFL hat sich für das britische System Hawk Eye entschieden, das seit Jahren im Tennis im Einsatz ist und in dieser Saison in der Premier League benutzt wird.
  • Der Vertrag mit Hawk Eye läuft von Juli 2015 bis Juni 2018.
  • Zunächst wird die Technik in allen Bundesliga-Spielen eingesetzt. Im DFB-Pokal mindestens ab dem Viertelfinale.
  • Die Kosten pro Spiel liegen bei 8000 Euro.

Schiller begründet den Wandel bei Hertha

Für Hertha war Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller bei der DFL-Versammlung in Frankfurt. Die offizielle Stellungnahme von Hertha:

Die Verbesserungen in den wichtigen Detailfragen Fehlertoleranz, technische Umsetzbarkeit und wirtschaftliche Planbarkeit haben uns dazu veranlasst, der Vorlage der Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zuzustimmen. Die Vorbehalte, die Hertha BSC noch bei der ersten Abstimmung hatte, wurden ausgeräumt. Strittige Situationen können jetzt nahezu eindeutig geklärt werden. Die Torlinien-Technologie wird den Schiedsrichtern nützlich sein und den Fußball allgemein nicht behindern, sondern weiterbringen.

Noch zwei Stimmen von Hertha. Kapitän Fabian Lustenberger:

Eine positive Entscheidung. Es erspart vor allem viele Diskussionen wenn man sicher weiß, dass der Ball im Tor ist. Ich denke aber, dass zusätzliche Hilfsmittel wie der Videobeweis oder Ähnliches schon wieder zu viel wären.

Salomon Kalou outet sich als Traditionalist im Spiel:

Grundsätzlich nicht schlecht, aber es nimmt dem Fußball und den Gesprächen danach natürlich auch viel von der Ursprünglichkeit des Spiels. Allein die ganzen Diskussionen, die jetzt nicht mehr geführt werden können nach einem zweifelhaften Tor… (grinst). Aber wenn es so ist, dann machen wird das jetzt so.

Weitere Hertha-Stimmen, u.a. vom Trainer und von Torwart Thomas Kraft – herthabsc.de

Eure Meinung: Froh, dass die Frage entschieden ist? Traurig, dass der Fußball seine Seele verliert, weil damit ab kommendem Sommer im Profibereich mit einer anderen Technik hantiert wird als bei unteren Klassen? Oder zuversichtlich, dass das erst der Anfang der Professionalisierung ist: Weil mit der Torlinientechnik der erste Schritt hin zum Video-Schiedsrichter gemacht worden ist?