Testspiel: Luhukay macht Hegeler zum Innenverteidiger – Ben-Hatira trifft dreifach

(jl) – Herthas Trainingstag begann am Freitag mit einer kleinen Überraschung. Als ich zehn Minuten vor Beginn der Vormittagseinheit auf das Olympiagelände kam, standen die Hertha-Profis schon im Mittelkreis und lauschten den Worten von Trainer Jos Luhukay. Das ganze im edlen Fußballer-Zwirn, sprich: in frisch gebügelten Trikots statt in Trainingsklamotte (Foto: jl).

Interner Trainingskick

Die Herthaner hatten ein internes Trainingsspiel angesetzt. Um überhaupt zwei vollwertige Mannschaft auf den Platz zu bekommen, wurden nicht weniger als acht Nachwuchsspieler zum Trainingskick geladen – schließlich sind sieben Profis auf Länderspielreise, dazu kommen die bekannten Verletzten. Luhukay:

„Wir wollen einen gewissen Rhythmus halten. Deshalb haben wir Spieler aus der U 23 und U 19 dazu geholt, aber ich glaube, die Teams waren sehr ausgeglichen.“

So gingen die beiden Mannschaften auf den Platz:

Blau-Weiß: Kraft – Janker, Heitinga, Dem, Schulz – Niemeyer, Samson, Beerens (48. Kauter), Ronny, Ben-Hatira – Wagner.

Schwarz: Sprint – Ndjeng, Hegeler, Beyer, Plattenhardt – Hosogai, Rockenbach – Fuchs, Pelivan, Haraguchi – Brömer.

Wagner fordert Hegeler

Unter den Augen von Luhukay und Manager Michael Preetz entwickelte sich ein recht zerfahrener Schlagabtausch. Viele Zweikämpfe, wenig Kontrolle. Eine gehörige Portion Bissigkeit, dafür aber so gut wie kein durchdachter Spielaufbau.

Wie ihr der Aufstellung entnommen habt, nutzte Luhukay das Trainingsspiel für ein kleines Experiment. Jens Hegeler durfte sich als Innenverteidiger versuchen und behakte sich ausdauernd mit Sandro Wagner. Haarsträubende Fehler unterliefen dem 26-Jährigen zwar nicht, ihn bei der Suche nach einem Ersatz für den verletzten Fabian Lustenberger als Neuentdeckung zu feiern, wäre allerdings auch vermessen. Wie ernst es Luhukay mit dieser Variante meint, lest ihr am Sonnabend in der Morgenpost.

Was meint ihr? Könnt ihr euch Hegeler als möglichen Ersatz im Abwehrzentrum vorstellen? In Augsburg hat Hegeler diese Position unter Luhukay häufiger gespielt. Und gegen Wolfsburg vertrat er in der Schlussviertelstunde den angeschlagenen John Heitinga. Was spräche aus eurer Sicht für die Alternativen? John Brooks. Peter Niemeyer. Hajime Hosogai.

Ben-Hatira als offensiver Lichtblick

Positiver aufgefallen ist mir persönlich Nico Beyer. Der Kapitän der U 19 war in den Zweikämpfen alles andere als zimperlich und sorgte bei manch Angreifer für Frust. Als Wagner im direkten Duell mal wieder zweiter Sieger blieb, bolzte er den Ball wütend in Richtung Tor-Aus.

Spielerisch konnte keine der beiden Mannschaften überzeugen. Tore gab es trotzdem en masse. Hier die Statistik:

1:0 (26.) Ben-Hatira (Ronny), 1:1 (40.) Pelivan (Plattenhardt), 1:2 (50.) Rockenbach (Ndjeng), 2:2 (60.) Ben-Hatira, 3:2 (63.) Ben-Hatira, 4:2 (80.) Samson.

Änis Ben-Hatira war mit seinen drei Treffern ein echter Lichtblick – schließlich hatten die Herthaner in ihren jüngsten drei Pflichtspielen arge Probleme mit dem Toreschießen. Auch Luhukay scheint sich auf die Rückkehr des Offensiv-Allrounders zu freuen:

„Änis ist auf einem guten Weg zurück. Er hat heute auf sich aufmerksam machen können. Wir machen uns keine Sorgen, dass es mit einem Einsatz in Köln nicht klappen könnte.“

Ndjeng muss verletzt vom Platz

Ein kleiner Wermutstropfen war die Verletzung von Marcel Ndjeng. Der Routinier musste das Spielfeld kurz vor dem Ende verlassen. Sein rechter Fuß wurde noch auf dem Schenckendorffplatz bandagiert, eine genaue Diagnose steht jedoch noch aus. Für mich machte es allerdings nicht den Eindruck, als handele es sich um eine schwerwiegendere Blessur.

Ein kurzer Blick auf die Nationalspieler sei zu guter Letzt auch noch gestattet. Salomon Kalou hat mit der Elfenbeinküste 5:1 gegen Sierre Leone gewonnen und dabei selbst zwei Treffer beigesteuert. Wie, seht ihr hier:

Morgen trainieren die Herthaner um 10 Uhr. Wir werden vor Ort sein – und auch ein Update in Sachen Ndjeng mitbringen.