Hertha im November oder Vom frühen Aufstehen und wuchtigen Elfmetern

(ub) – Eine Zeitlang gehört seine Alfa Romeos zur Folklore von Hertha BSC. Diese Phase hat Nello di Martino längst hinter sich gelassen hat. Mittlerweile fährt er einen Wagen, der in Wolfsburg gebaut wird (oder wo wird ein Passat zusammengeschraubt?). Was di Martino seit Jahr und Tag pflegt, ist die Tradition seiner Vespa. Ein weißes Modell mit zwei Außenspiegeln. Die Jahres-Kilometerzahl ist übersichtlich, da der Motorroller vornehmlich von der Kabine zum Trainingsplatz und zurück bewegt wird.

Heute nach dem Training stieg di Martino (62), nach wie vor in kurzer Hose, auf seine am Rande des Schenckendorff-Platzes geparkte Vespa und grinste. „Wollen wir den letzten warmen Tag in diesem Jahr nutzen.“


Die Profis von Hertha hatten sich laut Inforadio-Wetterbericht unter einer „hochnebelartigen Wolkendecke“ bewegt. Hier die Herren Hegeler (in Gelb) und Beerens, beaufsichtigt vom Vorgesetzten.

Große Tore auf kleinem Feld

Die Besetzung war wie am Vortag: 15 Feldspieler, darunter die A-Jugendlichen Nico Beyer und Dominik Pelivan. Dazu die Torsteher Thomas Kraft und Sascha Burchert. Drumherum liefen Julian Schieber und Johannes van den Bergh. Der Linksverteidiger ist in seiner Rekonvaleszenz schon etwas weiter, er war zügig unterwegs. Schieber muss es nach einem Muskelfaserriss etwas zurückhaltender angelen lassen.

Nach diversen Pass- und Koordinaitonsübungen wurde auf ein kleines Feld mit großen Toren gespielt. Es gab drei Teams, gekickt wurde jeweils Fünf-gegen-Fünf (plus Torwart), eine Mannschaft hatte Pause.

Gelb: Ndjeng, Schulz, Hosogai, Hegeler, Ronny,

Rot: Beyer, Niemeyer, Haraguchi, Beerens, Ben-Hatira

Blau: Janker, Heitinga, Plattenhardt, Pelivan, Wagner.

Im Tor standen jeweils Kraft und Burchert.

Niemeyer und Wagner ziehen durch

Es ging robust zur Sache. Die beiden Youngster schienen beeidruckt zu sein, wie rasant Peter Niemeyer in die Zweikämpfe ging oder Sandro Wagner oder Nico Schulz. Wieder mal wurde Ben-Hatira am Knöchel erwischt und wälzte sich vor Schmerzen am Boden. Das eine oder Duo stritt, ob der vorausgegangene Zweikampf noch im Rahmen war oder schon drüber hinaus.

Cotrainer Rob Reekers: „Weitermachen, die Situation ist vorbei.“

Trainer Jos Luhukay erklärte hinterher, weshalb er diese Übungsform derzeit des öfteren im Programm hat.

Ich möchte, dass das Tempo hochgehalten wird. Es geht um Intensität. Jeder steckt dauernd in Zweikampf-Situationen. Da müssen wir uns verbessern. Klar, da wird auch mal ein Bein oder ein Fuß erwischt [gemeint ist: vom Gegner]. Aber wir müssen energisch in solche Situationen reingehen, aber mit Verstand. Zweikämpfe ohne Verstand führen nur zu Freistößen und Karten gegen uns.

Shootout vom Elfmeterpunkt

Es wird nicht nur kühler werden, sondern auch früher dunkler. Weshalb die Profis ab sofort eine halbe Stunde früher frühstücken. Das Training morgen, Donnerstag, ist auf 9.30 Uhr und 14.30 Uhr festgesetzt.
Luhukay: „Es wird so früh dunkel, da sehen die Torwarte nachher die Bälle nicht mehr.“
P.S. Ein Mini-Shootout gab es vom Elfmeter-Punkt. Torwart Thomas Kraft streckte sich nach Kräften. Doch die Bilanz lautete:
  • Änis Ben-Hatira zwei Versuche =zwei Tore.
  • Ronny zwei Versuche = zwei Tore.

Der Trend bei Hertha geht zum scharf und platziert geschossenen Strafstoß.