"Tony, wat machst du denn?"

(mey) – Das ist dann schon soetwas wie eine kleine Grippewelle, die Hertha da erfasst hat. Nachdem Änis Ben-Hatira Anfang der Woche erkältet passen musste, fehlten heute auch Ronny und Sandro Wagner beim Vormittagstraining – wegen einer Grippe, wie Trainer Jos Luhukay sagte. Ben-Hatira zumindest war heute wieder auf dem Platz, lief ein paar Runden, klatschte später mit den Trainingskiebitzen Levan Kobiashvili und „Zecke“ Neuendorf ab und verschwand nach rund 40 Minuten wieder in der Kabine.

Kleiner Anschiss von Kraft

Die Trainingseinheit heute übrigens war interessant. Bei der Spielform Zwei-gegen-Zwei auf große Tore mit Torhütern konnte man sehen, dass Leute wie Haraguchi, Beerens und Stocker schon ziemlich feine Fußballer sind. Und man bekam auch mal wieder die Bestätigung, dass es im Männer-Fußball eben bestimmte Gesetzmäßigkeiten gibt, die sich wohl nie ändern werden.

Die vier Nachwuchskicker Maximilian Mittelstädt, Anthony Syhre, Dominik Pelivan und Nico Beyer, die gestern schon dabei waren, durften auch heute wieder mitmachen.

Syhre lernte gleich mal auf die harte Tour, wo es langgeht. Von Stammkeeper Thomas Kraft wurde der Verteidiger schön zusammengefaltet, als der sich zweimal zu einfach überrumpeln ließ. „Tony, wat machst du denn? Reiß dich zusammen“, brüllte Kraft.

Ich stelle mir folgende Gedanken bei Kraft und Syhre nach jenem kleinen Anschiss vor (Achtung Satire):

Kraft: „Der Jungsche, ey. Der spinnt wohl. Verliert dauernd die Pille, und ich muss die dann ausm Netzt holen, oder wat? Aber nicht mit mir. Ein Thomas Kraft lässt so’n Frischling damit nicht so billig davonkommen. So wie der Olli damals. Syhre: Scheiße, Mann. Der Thomas is sauer. Aber wat kann ich dafür, wenn die alle so schnell sind hier. Kraft: Hab ich den aber schön zusammengeschissen. Mal sehen, wie der jetzt reagiert. Müssen die Jungschen halt abkönnen. Der brauch jetzt auch nicht so unschuldig tun. Syhre: Wenn ich jetzt einen auf schuldbewusst mache, lässt mich der Thomas vielleicht in Ruhe. Wenn nicht, muss ich nacher bestimmt noch die Kabine feudeln. Hab ich keinen Bock drauf. Also: Maul halten, Tony, und kleinlaut tun. Kraft: Siehste, geht doch. Weiß der Jungsche wenigstens, was sich gehört. Du kannst es halt immer noch, Thomas.

So ungefähr vielleicht.

Testspiel gegen Aue

Manche Jungspunde aber treten auch anders auf: Mittelstädt zum Beispiel teilte gleich mal kräftig aus. Nachdem ihn Stocker vernascht hatte, trat der 17-Jährige dem Schweizer in die Hacken. Stocker schrie einmal auf, musste kurz behandelt werden. Dann ging es weiter. Männer-Fußball.

Für Freitag hat sich Hertha übrigens einen Sparringspartner gesucht: Um 14.30 Uhr geht es im Amateurstadion gegen den Zweitligaletzten Erzgebirge Aue. Eintritt ist frei.

Lustenberger hofft auf Länderspieleinsatz

Morgen treten gleich drei Herthaner für ihre Nationalteams an: Peter Pekarik trifft mit der Slowakei auf Europameister Spanien. Mukhtar spielt mit der U-20 gegen England. Zudem hofft der nachnominierte Fabian Lustenberger auf einen Einsatz bei den Schweizern gegen Slowenien. Lustenberger wird auf Herthas-Vereinshomepage so zitiert:

„Ich freue mich sehr über die Nachnominierung für unsere beiden Qualispiele und bin sehr gut aufgenommen worden. Ich kenne ja die meisten Spieler schon lange. Ich hoffe natürlich auch, dass ich zum Einsatz komme, aber am wichtigsten ist, als Mannschaft erfolgreich zu sein.“

Kalou: „Luhukay kann mich noch besser machen“

Am Freitag spielt auch Salomon Kalou mit der Elfenbeinküste gegen den Kongo. Auf bundesliga.de gibt es ein Interview mit dem 29-Jährigen über seine ersten Wochen bei Hertha. Da erzählt Kalou unter anderem, dass ihn damals Jos Luhukay persönlich angerufen habe, um ihn von einem Wechsel nach Berlin zu überzeugen:

„Er wollte mich unbedingt verpflichten, und ich bin mir sicher, dass ich unter ihm noch viel besser sein werde. Bei der täglichen Arbeit habe ich bereits festgestellt, dass er sehr akribisch ist und dass er nichts dem Zufall überlässt. Und er lässt gern offensiv spielen, was perfekt zu mir passt.“

Morgen trainieren die Herthaner um 15 Uhr auf dem Schenckendorffplatz. Am Freitag kommt dann Aue.