Plattenhardts Schutzengel ist hellwach – Ronny zurück auf dem Trainingsplatz

(jl) – Die Hertha-Profis ließen es locker angehen am Freitagmorgen. Nach dem 2:0 (0:0)-Testspielsieg am Donnerstag stand lediglich Auslaufen auf dem Programm, also drehten die Blau-Weißen gutgelaunt ihre Runden auf dem Schenckendorffplatz.

Dies taten sie überraschenderweise ohne Marvin Plattenhardt – dabei hatte der beim Testkick volle 90 Minuten auf dem Platz gestanden und sich nicht erkennbar verletzt. Dass der 22 Jahre alte Neuzugang gegen Ende der Trainingseinheit im Freizeit-Look den Rasen betrat, machte die Neugier nicht eben kleiner.

Plattenhardt in Verkehrsunfall verwickelt

Kurze Zeit später klärte der Linksverteidiger die wartenden Journalisten auf. Auf dem Weg zum Training sei sein Auto von einem anderen Fahrzeug gerammt worden, erzählte Plattenhardt. Der Wagen nahm dabei erheblichen Schaden, Plattenhardt selbst blieb aber unverletzt.

Sein Schutzengel scheint hellwach zu sein. Der Unfall ereignete sich an der Ecke Flatowallee und Jesse-Owens-Allee, also direkt vor dem Olympiastadion. Dort krachte der Unfallverursacher in die hintere Hälfte der Fahrerseite. Plattenhardt, der sich von einem Freund zum Olympiapark fahren ließ, saß auf der Beifahrerseite, beide Fahrzeuginsassen kamen mit dem Schrecken davon.

Auf die Vormittagseinheit verzichtete Plattenhardt nach dem morgendlichen Schockmoment aber trotzdem. Marvin Plattenhardt über den Unfall am Freitag:

„Der andere Wagen ist uns hinten links reingefahren. Danach haben wir uns drei- oder viermal gedreht. Uns ist Gott sei Dank nichts passiert. Ich lasse mich aber trotzdem ein mal durchchecken.“

Nach einem Sicherheitscheck bei Mannschaftsarzt Dr. Uli Schleicher am frühen Nachmittag sagte Plattenhardt:

„Ich habe etwas Kopfschmerzen. Der Schreck steckt noch ein wenig in den Knochen, aber ansonsten geht es mir momentan gut.“

Ronny ist zurück

Davon abgesehen gab es auch Positives zu vermelden. Ronny hat nach seinem Muskelfaserriss im Hüftbeuger wieder das Lauftraining aufgenommen. Bei dieser Art der Leibesertüchtigung empfindet der Brasilianer bekanntermaßen wenig Freude, trotzdem zog er sein 35-minütiges Programm tapfer durch.

Dass die Sonne über dem Trainingsgelände für fast brasilianische Temperaturen sorgte, dürfte seine „Qualen“ etwas gelindert haben. Angesprochen auf einen möglichen Einsatz im kommenden Heimspiel gegen Mainz 05 (Sonnabend, 15.30 Uhr) reckte Ronny den Daumen nach oben (Foto: jlange).

„Faserriss ist weg. Ich kann spielen.“

Haraguchi arbeitet am Comeback – Brooks zurück in Berlin

Auch Genki Haraguchi, der sich zum Liga-Auftakt gegen Bremen eine Schulterverletzung zugezogen hatte, arbeitet sich langsam wieder zurück. Sein individuelles Laufpensum absolvierte er gemeinsam mit Physio David de Mel, der zwischendurch ein paar Kräftigungsübungen für Haraguchis lädierte Schulter einstreute. Das Spiel gegen Mainz kommt für den Japaner allerdings noch zu früh.

Nicht zu vergessen: John Brooks ist zurück in Berlin. Noch am Mittwochabend stand Herthas Eigengewächs in Prag für die Nationalmannschaft der USA auf dem Platz. Gegen Tschechien gewannen die US-Boys 1:0, Siegtorschütze war Alejandro Bedoya. Brooks spielte 90 Minuten durch und kehrte wohlbehalten zur Hertha zurück.

Bleibt zu hoffen, dass es ihm die anderen Länderspielfahrer in der kommenden Woche gleichtun.

P.S. Die DFL hat die Bundesliga-Spieltage 7 bis 11 festgelegt.