Der Moment der Saison: Ein Junge gegen die Gelbe Wand

(Seb) – Jeder von uns hat mal diesen Traum gelebt. Einmal durch einen engen, dunklen Tunnel herausgehen auf den Rasen. Von allen Seiten wabern euphorische Gesänge über den Platz. Einmal auf die große Bühne. Einmal das entscheidende Tor schießen und über das Grün Richtung Tribüne rutschen…

Für mich war das schon sehr früh unrealistisch. Gehindert hat mich das allerdings nicht, davon zu träumen. Ihr wisst, worauf ich hinaus will. Auf den Auftritt von Torhüter Marius Gersbeck in Dortmund. Das hat schon allein damit etwas zu tun, dass er durch diesen engen, kleinen und dunklen Tunnel musste, der ins Westfalenstadion führt. Beim BVB wird gerne erzählt, dass Jürgen Klopp darauf besteht, dass dieses Vehikel aus grauer Vorzeit so erhalten bleibt. Die Gegner sollen Angst bekommen.

Ich weiß nicht, wie Marius Gersbeck sich in dem Moment gefühlt hat, als er das erste Mal seinen Weg durch diesen finsteren Gang gemacht hat. Aber ich weiß, wie er strahlte, als er nach dem Spiel zurückkehrte und von dort die Treppen hoch zur Mixed Zone nahm, wo wir Journalisten auf ihn warteten. Ein Blick, wie ich ihn nur von meinen Kindern kenne, wenn sie am Heiligabend nach endlosem Warten die Stube mit dem festlich geschmückten Baum und den Geschenken betreten dürfen.

Diese Augen, mit denen uns Marius Gersbeck nach dem 2:1 in Dortmund kurz vor Weihnachten anstrahlte, waren mein Moment der Saison. Das war einfach unglaublich ehrlich.

Was war Euer Fußballmoment der Saison? Es gibt extra keine Klickshow, damit ihr selbst aufschreiben könnte, was euch emotional am meisten berührt hat.

Stocker entscheidet sich gegen Stuttgart

Jetzt kurz zurück aus der Welt der Fußballromatiker in die Realität. Hertha hält aktuell sein Kieztraining im Stadion am Finsterwalder Weg ab. Einen Photobeweis schickt Kollege André Bellert vom Berliner Kurier:

Im Poker um Valentin Stocker, 25, den frischgebackenen Schweizer Meister vom FC Basel, lüftet sich langsam der Spekulationsnebel. Der VfB Stuttgart ist aus den Verhandlungen raus, wie der Kicker berichtet. Fredi Bobic sagte dazu: „Der Spieler hat sich anders entschieden.“ Ob „anders“ mit „Hertha BSC“ zu übersetzen ist, wird sich demnächst zeigen. Stay tuned