Vom Supertrainer zum Superdeppen – Wenn der Coach in der Kritik steht

(mey) – Der Tag vor dem 1. Mai ist traditionell „Journalisten-Feiertag“. Da viele von uns morgen am Tag der Arbeit zu selbiger antreten müssen, hatten wir heute frei. Endlich einmal ausgiebig Zeit für Lektüre.

In vielen Blättern heute morgen war deutliche Kritik an Pep Guardiola zu finden.Das 0:4 der Bayern trage seine Handschrift. Vercoacht habe sich der Spanier. Tiki-Taka ohne Effizienz. Naives Abwehrverhalten…usw.

Die FAZ schrieb von einer „Selbstanklage des Supertrainers“, nachdem Guardiola die Verantwortung für das Ausscheiden übernommen hatte („Der Trainer hat es nicht gut gemacht“).

Von Pep über Mou bis hin zu Klopp

Supertrainer. Seltsame Bezeichnung. Und da erinnerte ich mich an die aktuelle Titelstory der „11Freunde“. Der Autor Christoph Biermann vertritt darin u.a. die These, dass der Heldenstatus im modernen Fußball zunehmend weg von den Spieler und hin zu den Trainern gewandert sei.

Weitergedacht führt jene These zu der Annahme: Trainer wie José Mourinho, Guardiola und Jürgen Klopp werden derartig überhöht, dass bei einer Enttäuschung der Erwartungen umso härter über sie gerichtet wird.

Letzteres erleben wir gerade bei Guardiola. Vom Supertrainer zum Superdeppen. Letzteres haben wir auch schon beim Bundestrainer Jogi Löw erlebt, als er bei der EM 2012 von der Presse und vielen Zuschauern erst besungen und dann verdammt wurde, nach dem er sich im Halbfinale gegen Italien vercoacht hatte.

Luhukay – ein einziger Moment des Zweifels

Dass die Stimmungen im Fußball schnell umschlagen können, haben wir auch hier in Berlin in dieser Saison schon erlebt. Nachdem Jos Luhukay Hertha zum direkten Wiederaufstieg geführt und sich mit seiner bodenständigen aber bestimmenden Art bei den Fans viel Anerkennung verschafft hatte, wurde der Niederländer hart angegangen, als Hertha in der zweiten Rundes des DFB-Pokal gegen Kaiserslautern scheiterte. Luhukay hatte eine B-Elf aufgestellt, und das nahm man ihm krumm.

Alle überhöhenden Sprüche wie „Jos knows“ waren plötzlich nicht mehr zu hören.

Als dann die Hinrunde mit 28 Punkten abgeschlossen wurde, war das natürlich schnell wieder vergessen. Ernsthafte Kritik am Trainer kam danach nicht einmal mehr auf, als neun Spiele lang in der Rückrunde nicht mehr gewonnen werden konnte.

Bis auf diesen einen Moment des Zweifels ist Herthas Trainer also konstant auf einem hohen Niveau der Anerkennung durch die Saison gekommen.

Oder seht ihr das anders: Welche Schulnote würdet ihr Jos Luhukay für diese Spielzeit geben?

Baumjohann liegt flach

Während wir Journalisten heute also frei hatten, wurde bei Hertha trotzdem trainiert: 90 Minuten lang. Bei der Einheit fehlten aber zwei: 1. Alexander Baumjohann 2. Nico Schulz.

Baumjohann liegt mit einem grippalen Infekt flach. Ob er rechtzeitig fit für die Partie am Sonnabend in Bremen wird, ist fraglich. Schulz hat Magendarm-Probleme. Auch er ist fraglich.

Fällt Baumjohann tatsächlich aus, wer sollte den Spielmacher eurer Meinung nach gegen Werder ersetzen: Ronny? Per Skjelbred? Oder mal Hany Mukhtar?

Das Training morgen ist ebenso nicht öffentlich wie das am Freitag.