Das Spiel des Thomas Kraft

(ub) – Gelassenheit herrschte auf dem Schenckendorff-Platz. Die Spieler, die am Vorabend in Mainz im Einsatz waren, liefen in Ruhe aus. Das Tempo erfüllte die Kategorie ‚Laufen ohne zu Schnaufen‘, das Spiel beim FSV wurde noch mal nachbesprochen. Kleiner Rückblick zum Sonntagabend in der Coface Arena (Foto: ub).

Die Stimmung war locker, jedenfalls bei den meisten. Einer, der im Fokus wie selten gestanden hatte, winkte ab.

„Ich habe keine Lust“, sagte Thomas Kraft und ging an den Medienvertretern vorbei. Dafür hatte sein Vorgesetzter einiges zu berichten.

Trainer Jos Luhukay: „Thomas konnte sich gleich mehrfach auszeichnen. Das ist selten in der Bundesliga, weil wir sonst relativ wenig Chancen zulasesn. Und Thomas hat gezeigt, dass wir mit ihm einen sehr guten Rückhalt haben.“

Veränderte Ansprüche ans Torwart-Spiel

Luhakay hielt sich weniger auf mit den spektakulären Paraden des Schlussmannes gegen Choupo-Moting und Parker, er berichtete vor allem von jener Szene in der 20. Minute. Als Kraft im Vollspeed auf dem ihn entgegen stürmenden Nicolai Müller zuging und im letzten Moment den steil gespielten Ball zur Seite klären konnte.

Luhukay: „Wir wissen alle, was es in dieser Szene gibt, wenn Thomas den Ball nicht erreicht. Da hat man sein hervorragendes Stellungsspiel gesehen. Das ist von ihm auch gefordert. Wenn wir sehr hoch verteidigen, muss auch der Torwart hinten rausrücken, falls der Gegner mal einen Ball durch die Mitte spielt. Das kommt zwar nicht oft vor, aber das war eine dieser Szenen. Thomas hat ein sehr gutes Gespür, das Timing war perfekt.“

Wenn ich mir den Kader anschaue, denke ich, dass Hertha mit Blick für die Saison 2014/15 auf fast allen Positionen etwas tun wird – nur auf der Torwart-Position nicht. An dem Setting ist bereits einiges verändert worden.

Die Torwart-Crew zum Ende der vergangenen Aufstiegssaison: Torwarttrainer Christian Fiedler. Torwarte: Thomas Kraft, Sascha Burchert, Philip Sprint.

Die Torwart-Crew in diesem März: Torwarttrainer Richard Golz. Torwarte: Thomas Kraft, Rune Jarstein, Marius Gersbeck, Sascha Burchert.

Kraft und die neue Konkurrenz durch Jarstein

Der Vertrag von Kraft läuft bis 2015, der von Jarstein bis 2016. Bei Hertha intern war man gespannt, wie Kraft mit der neuen Konstellation, die so (mit Jarstein und Gersbeck) seit Januar besteht, umgehen würde. Mein Zwischenfazit nach sieben Spielen in 2014: Kraft ist stabil. Gegen Freiburg war seine Leistung überdurchschnittlich. In Mainz hat er sein bisher bestes Saisonspiel für Hertha gezeigt.

Was ist Eure Meinung?

P.S. Gab ein wenig Verwirrung um den Torwart-Kader, Mediendirektor Peter Bohmbach erklärte: Es hat sich am vergangenen Samstag um einen Übermittlungsfehler gehandelt. Bei der Medien-Abteilung war angekommen, dass Kraft und Gersbeck im Kader stünden. Tatsächlich aber hatte der Trainer für die Partie in Mainz Kraft und Jarstein nomminiert.